
Gabriela Oberkofler, A Piece of (Wild) Life, 2024
Am vorletzten Tag der viermonatigen Ausstellung „Chained to the Rhythm – Von Mensch und Natur“ glückt mir doch noch der Besuch im Kunstmuseum Schloss Morsbroich. Die Ausstellung feiert das 75-jährige Bestehen des Museums mit einem nach eigenen Worten radikalen Experiment: „Wir lassen zu, was wir sonst unterbinden, wir öffnen das Museum und lassen hinein, was sonst draußen bleiben muss – Sonnenlicht, Wind und Wetter, Pflanzen und Tiere, außergewöhnliche Werke und ungewöhnliches Verhalten…„.
Mit seiner Solitärstellung innerhalb eines weitläufigen Englischen Parks und den vielen Fenstern, ist das Museum ein ganz besonderer Ort für die Präsentation von Kunst im Dialog mit der Natur. Dabei wirkt das Haus wie eine Art überdimensionale Sonnenuhr. Im Tagesverlauf umrundet die Sonne das Gebäude, während sich der Wechsel der Jahreszeiten im Blick auf die nahestehenden Bäume widerspiegelt.Ziel der Ausstellung war, diese Erfahrung den Besucher:innen im Jubiläumsjahr zu vermitteln, indem die Ausstellungsräume in der Beletage des Schlosses zunächst komplett leergeräumt wurden. Erst danach und Schritt für Schritt füllten die eingeladenen Künstler:innen diesen Raum, wobei die üblichen Regeln des Museumsbetriebs weitgehend außer Kraft gesetzt wurden. So wurden die Grenzen von Innen und Außen verwischt und die Wechselwirkungen von Kultur und Natur in der ausgestellten Kunst thematisiert.
Gezeigt wurden Arbeiten von Enya Burger, Jason Dodge, Stefan Draschan, Sebastian Gräfe, Rubin Henkel & Niklas Bolten, Dieter Kiessling, Timo Klos, Herlinde Koelbl, Johanna von Monkiewitsch, Gabriela Oberkofler, Bill Viola, Andy Warhol und Lois Weinberger. Nicht alles hat sich mir sofort erschlossen, dazu hätte es vermutlich einer öffentlichen Führung bedurft. Aber bei einigen Werken habe ich das Konzept der Ausstellung unmittelbar als perfekt erfüllt erlebt.





