
Bilder von Peter Sorge
Manchmal mag ich Kunst mit starken Botschaften. So, wie die Serien von Peter Sorge (1937-2000) vom Ende der 1960er und den 1970er Jahren. Links „Auf dem Markt wird wieder scharf geschossen“, Mitte „Gute Besserung für Andy“ und rechts „Wege zu Kraft und Schönheit (Black Power)“ seinerzeit alle erschienen als limitierte, handsignierte Druck-Auflage.
Sorge, der nach Kriegsende in Dortmund aufwuchs und von 1958 bis 1964 in West-Berlin Kunstpädagogik studierte, ist dem Kritischen Realismus zuzurechnen. Dieser aus der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre hervorgegangene Stil zog besonders Künstler an, die sich als linksstehend betrachteten und ihre Arbeiten als Waffe im politischen Kampf verstanden.
Das Engagement dieser Künstler griff ab dem Ende der 1960er Jahre insbesondere Themen wie Krieg, Unterdrückung der Frau und Manipulation durch Politiker auf. Zur Darstellung wurden Fotomontagen, aggressive Farbgebung, Deformierungen und andere karikierende Elemente genutzt. Explizit grenzten sich führende Vertreter wie Hans-Peter Alvermann, Klaus Staeck oder Peter Sorge dabei vom sozialistischen Realismus ab, der in der DDR zur Staatskunst erhoben wurde.
Durch die geschickte Wahl von Ausschnitt und Vergrößerung zerrte Sorge in seinen Bildern Gesehenes mit der Präzision eines Fotoobjektivs in den Vordergrund und pointierte Situationen mittels Fotomontage auf teils aggressiv Weise. Seine Motive rahmte er mit Rechtecken, Farbbalken und Schriftzügen. Dadurch setzte er Ausrufezeichen, ähnlich der Berichterstattung in Illustrierten.
Ästhetisch verlockende und provokante Motive stellte er dabei nachdenklichen Inhalten gegenüber, wobei er sich gleichzeitig als Berichterstatter und Voyeur empfand. Doch im Gegensatz zu den Fotorealisten reproduzierte Sorge das fotografische Vorbild nicht, sondern porträtierte es. So entwickelte er einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil, der auch heute nicht an Ausdrucksstärke eingebüßt hat.







