
Eintauchen unvermeidlich: Inszenierung im Kellergeschoss des K21.
Eine irre Ausstellung. An einigen Stellen Reizüberflutung pur. Und dennoch lohnt es sich, nicht gleich wegzurennen, denn Jon Rafmann (*1981), einer der bedeutendsten Künstler unseres Medienzeitalter, hat etwas zu sagen. Und schafft dabei ganz spektakuläre Videos und immersive Installationen.
Rafmans Fragestellung lautet, wie die digitale Kultur Begehren, Identität und Erfahrung neu prägt.Seine virtuos erzählten Geschichten spielen in digital erzeugten Bildwelten, in denen Gegensätze wie Aufrichtigkeit und Ironie, Schönheit und Groteske, Verbundenheit und Entfremdung nebeneinander existieren.
Er greift dabei auf Internet-Subkulturen, virtuelle (Gaming-) Welten und KI-generierte Bilder zurück. Seine künstlichen Realitäten wirken verführerisch und verunsichernd zugleich.
Die Ausstellung im Kellgergeschoss des Düsseldorfer K21 gibt mit immersiven, raumfüllenden Installationen einen Überblick über Rafmans Schaffen seit 2008. Neben seinen frühen Werken sind auch spätere Arbeiten wie das Video in Spielfilmlänge „Dream Journal“ zu sehen, das 2019 auf der 58. Biennale in Venedig gezeigt wurde. Rafmans jüngstes Werk, „Main Stream Media Network“ (2025), beschwört mit KI-generierten Musikvideos das kulturell einflussreiche MTV der 1980er-Jahre herauf.
Mich hat besonders die Arbeit im hintersten Saal (der mit den runden Bullaugenfenstern zum Schwanenteich hin) fasziniert. In schnell wechselnden Szenen erzeugt Rafman darin vielfältige Bildwelten einer technischen Zivilisation, die immer mehr von Naturgewalten überflutet wird und dennoch einfach weitermacht, als würde nichts geschehen. Wassermassen im Fahrstuhl, im Kaufhaus, bei McDonalds und immer wieder flutende Landschaften aus der Autofahrerperspektive gefilmt und durch computergenerierte Szenen in der Fiktion fortgeführt. Das alles hat etwas sehr Amerikanisches, ist nach meinem Empfinden aber auch hervorragend inszeniert. Eine anstrengende, aber lohnende Schau.







