Als Teil des asphalt Festivals 2026 zeigt das KIT Düsseldorf derzeit Fotografien von Laurenz Berges, einem der letzten Meisterschüler von Bernd Becher an der Kunstakademie. Heute ist Berges selbst ein international renommierter Fotokünstler. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Immer wieder dokumentiert Berges verlassene Orte, wobei er ausschließlich das vorgefundene Licht nutzt und konsequent auf Inszenierung verzichtet. Seine Bilder sind stille Zeugnisse gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, etwa des Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen.
Vormals lebendige Städte und Gemeinden verlieren einen Teil ihrer Bevölkerung, Privatwohnungen werden verlassen, ohne dass eine neue Generation nachrückt. Menschen tauchen auf den Fotografien von Laurenz Berges selten auf, doch er dokumentiert die Spuren, die sie vor ihrem Verschwinden über viele Jahre hinweg hinterlassen haben.
In der besonderen Architektur des KIT mit ganz viel Sichtbeton und konvexen Formen entfaltet sich ein visuelles Archiv, das den leisen Nachhall gelebten Lebens sichtbar macht.
Die Sammlung Philara in der ehemaligen Glasfabrik Lennertz in Düsseldorf Flingern
Unter dem Titel „House of Balagan“ präsentiert die Sammlung Philara anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens in Düsseldorf Flingern eine umfassende Auswahl aus der Sammlung Gil Bronners. Die Kollektion des Immobilien-Entwicklers und Philara-Gründers umfasst heute annähernd 2000 Werke.
Das nach Bronners Kindern benannte Ausstellungshaus in der ehemaligen Glasfabfrik Lennartz hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Bestandteil der zeitgenössischen Kunstszene in Düsseldorf etabliert. Gezeigt wird eine große Bandbreite an Einzel- und Gruppenausstellungen, sowie Tanz, Theater, Konzerte, Talks und Symposien
Der Titel der aktuellen Jubiläumsausstellung „Balagan“ stammtaus dem Jiddischen und bedeutet so viel wie sympathisches Chaos, Durcheinander oder Kuddelmuddel. Der Begriff beschreibt eine verwirrende oder zumindest unübersichtliche Situation, was dem in Interviews immer wieder bekundeten Selbstempfindenvon Bronnerüber seine Sammlungstätigkeit wohl nahekommt.
In „House of Balagan“ treffen großformatige Installationen von Melissa Gordon oder Tarik Kiswanson auf kleine, intime Papierzeichnungen von Rosa Loy oder Corinne von Lebusa. Auch Bronners allererster Ankauf vom Anfang der 1990er Jahre ist in der Ausstellung zu sehen: das Bildnis „Der Seher“ des spanischen Künstlers Miguel Ángel Campano.
Ein Teil der Ausstellung setzt mit gesellschafts- und geschichtspolitischen Bezügen inhaltliche Schwerpunkte, etwa beim Thema Körperlichkeit. Ein spannendes Potpourri mit Werken von teils bereits etablierten, aber auch aufstrebenden Künstlern.
Georg Baselitz, ohne Titel, 16.07.1988
Caroline Mesquit, 123 soleil, 2015
Ugo Rondinone, The assertive, 2025
Rita Ackermann, ScreenColors 2, 2025
Tarik Kiswanson, Flower in the crannied wall, 2016
Matthias Wischer, Ohne titel 9, 2003
Rowena Dring, Otherside of Vegas, 2008
Anys Reimann, Die Nacht, 2021
Dasha Shishkin, A Port in the Storm, 2010
Emma Talbot, Ohne Titel, 2021
Mrcel Dzama, It is the beloved, 2008
Zaha Hadid, ohne Titel, 1983
Zaha Hadid, ohne Titel, 1983
Sebastian Gögel, Signum, 2013
Eduardo Chillida, Ohne Titel
Nadin Maria Rüfenacht, Fischers Blue, 2011
Nadin Maria Rüfenacht, Star of the South, 2011
Nadin Maria Rüfenacht, Hazle Tree, 2011
Nadin Maria Rüfenacht, Mary´s Garden, 2011
Alec South, Dan-Georg Düsseldorf, 2018
Thomas Scheibitz, Idol, 2015
Amy Dillman, Untitled #8, 2014
Zaha Hadid, Ohne Titel, 1983
Marcel Dzama, One of hundred inevitable Whispers, 2011
Marcel Dzama, Welcome to Düsseldorf, 2011
Marcel Dzama, The Tearful Eyes Honored, 2011
Marcel Dzama, Sister Squares, 2011
Marcel Dzama, On the Banks of red river, 2008
Marcel Dzama, On the Banks of red river, 2008
Marcel Dzama, On the Banks of red river, 2008
Corinne von Lebusa, Nonnen, 2006
Ferdinand Dölberg, Die Bewegung setzt früher ein als ihr Anlass, 2026
Marcel Dhzama, My tearful Eyes Honored Them All in Drunkin Delight, 2011
Marcel Dzama, Saddled up a nightmare, 2019
Jorge Mendez Blake, Biblioteca de exploraction XV, 2019
Der arme Hund … Ausstellung in einem Fabrikloft in Düsseldorf-Flingern
Auch abseits der großen Kunstinstitutionen und Galerien finden in Düsseldorf immer wieder spannende Kunstaktionen statt. Vorige Woche habe ich eine exklusive Pop-up-Ausstellung in einem schicken Fabrikloft in einem Hinterhof in Düsseldorf-Flingern besucht.
Bei der privat organisierten Veranstaltung stellten die renommierten Düsseldorfer Künstler:innenHilde Hüllwegen, Flör, Frank Müller und Franz Gregor Tess für drei Tage ihre Arbeiten aus Malerei, Skulptur- und Objektkunst vor. Einige der Werke haben mir richtig gut gefallen.
Ich bin weiterhin mit dem Womo in der Eifel unterwegs, aber hier passiert gerade nicht so viel außer Studieren, Musizieren, Wandern, Yoga, etc. Deshalb kann ich in dieser Wocheüber einige spannende Museumsbesuche berichten, die schon ein paar Tage zurückliegen.
Noch bis Anfang November präsentiert das Museum Küppersmühle in Duisburg die bislang umfassendste Einzelausstellung des renommierten spanischen Bildhauers Jaume Plensa mit zahlreichen großformatigen Skulpturen, Papierarbeiten sowie eigens für die Küppersmühle geschaffenen Wandzeichnungen,
Plensa ist international bekannt für seine eindrucksvollen Arbeiten im Öffentlichen Raum, die er seit über 20 Jahren weltweit präsentiert. Für internationale Aufmerksamkeit sorgte zuletzt sein Projekt „Secret Garden“ im Sommer 2025 anlässlich der Salzburger Festspiele auf dem Residenzplatz der Stadt.
In Deutschland hat Plensa Großskulpturen in Bonn-Bad Godesberg („Laurelle am Bahnhof“, 2024), Frankfurt am Main („Body of Knowledge“, 2010) und Potsdam („Gläserne Seele“, 2000) realisiert. Er ist einer der bedeutendsten universellen Künstler unserer Zeit.
Die Ausstellung im Museum Küppersmühle präsentiert eine große Skulptur im Eingangsbereich des Hauses – „Flora“ von 2021 – sowie eine spektakuläre Installation im Siloraum – „Invisible Anna“ von 2018: ein großer, transparenter Kopf aus Edelstahlstäben, dessen erhabene Ausstrahlung den Raum beherrscht und der dauerhaft an dieser Stelle ausgestellt werden soll.
In acht weiteren Räumen wird die formale und inhaltliche Bandbreite der Werke von Jaume Plensa mit Arbeiten aus verschiedensten Materialien anschaulich. Der Künstler arbeitet mit Marmor, Alabaster, Kunststoff, Bronze- und Eisenguss sowie Stahl in verschiedenen Maßstäben.
Plensas Werke sind rätselhaft und inspirierend zugleich. Der Künstler will mit seinen Arbeiten Brücken bauen, Fragen stellen, Schönheit in den Alltag der Menschen bringen; Verbindungen zwischen Menschen schaffen, ohne dass Hautfarbe, Ideologie, Religion oder Geografie eine Rolle spielen. Seine Arbeiten laden zur Kontemplation über uns selbst, über Schönheit und Erhabenheit ein.
Die feine Doxi: hebt nicht einmal mehr den Kopf, wenn es knallt
Seit dem Wochenende läuft in Gemünd, wo wir gerade mit dem Wohnmobil stehen, das jährliche Schützenfest. Auf dem Gelände des Schützenvereins hinter dem Kurpark, keine zweihundert Meter entfernt, wird teilweise über Stunden alle 60 Sekunden mit Kleinkalibergewehren geschossen.
Bei den ersten lauten Knallgeräuschen am Samstag hat Doxi noch ganz aufgeregt in die entsprechende Richtung geblickt, doch schnell hat sie verstanden: mit mir hat das alles offensichtlich nichts zu tun.
Mittlerweile zeigt sie keinerlei Reaktion mehr, wenn ein neuer Schießwettbewerbbeginnt. Pengpeng, und sie hebt nicht einmal den Kopf. Nur wenn im Schützenzelt zum zehnten Mal DJ Ötzi läuft, schaut sie angewidert zur Seite …
Doxi lässt sich durch das Geballerei nicht aus der Ruhe bringen
Am Wochenende war der Platz komplett gefüllt, jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt
Oberhalb des Braubachtals: Drei Holsteiner Jungbullen auf Entdeckungstour
Heute Mittag hatte ich eine nette Begegnung mit drei Holsteiner Kühen auf einer Wanderung von Gemünd hinauf nach Herhahn. Ich wollte einen Abzweig oberhalb des Braubachtals ausprobieren, den ich bis dato noch nie gelaufen bin.
An einer T-förmigen Abzweigung des Weges traf ich auf eine Frau in Wanderbekleidung, die mitten in der prallen Sonne erstarrt zu sein schien und leicht verunsichert dreinblickte. Ich fragte, ob ich helfen könne, worauf die Dame energisch nach rechts zeigte: „Ja, da“.
Tatsächlich standen rechts drei kräftige Jungbullen auf dem Feldweg, die dort definitiv nicht hingehörten. Hinter ihnen eine eingezäunte Wiese, jedoch ohne erkennbaren Durchgang zum Feldweg.
Weil ich Kühe gerne mag und auch genau dort vorbei wollte, habe ich mich vorsichtig genähert und freundlich auf die drei Halbstarken eingeredet. Die schwarzweiß-gemusterte Truppe reagierte erst ein wenig ängstlich, dann aber neugierig auf mich. Nach einem kurzen Moment des Abtastens wollten alle Drei an meiner Hand schnuppern und lecken, wobei sich jeder vordrängelte.
Irgendwann reckte einer aus der Ausreißergruppe den Kopf markant nach vorne und brüllte mit geöffnetem Maul ohrenbetäubend los. Ich zuckte erst zusammen, aber tatsächlich brüllte es kurz darauf aus der Ferne zurück. Irgendwo dort hinten musste das Hauptfeld sein. Ich bin daraufhin losmarschiert, weil ich das so kenne, dass neugierige Küheeinem schon einmal gerne hinterher traben, sofern sie nicht gerade mit Äsen beschäftigt sind. Und so kam es auch.
Nach vielleicht zweihundert Metern auf dem Feldweg haben die Drei vor einem Durchgang durch den Maschendrahtzaun Halt gemacht, aus dem sie vielleicht auch gekommen waren. Einer der Kameraden traute sich erst nicht so recht hindurch, hat es aber schließlich auch geschafft. Sobald sie wieder ihre Home-Zone erreicht hatten, sind die drei Ausflügler regelrecht losgesprintet, schnurstracks in Richtung ihrer Horde, die man in der Ferne am Waldrand ausmachen konnte. Ausflug beendet mit Family Reunion im Rindsgalopp, sozusagen. Ganz süß sah das aus.
Überquerung der Urft
Am Urftwehr in Gemünd
Denkmal an die frühere Nutzung der Wasserkraft
Wildblumen am Ufer der Urft
Wildblumen am Ufer der Urft
Blick beim Aufstieg auf die Eifelhöhen
An einem Bauernhof oben auf den Höhen
Ja wo ist denn das Loch im Zaun?
Panoramablick beim Wiederabstieg hinunter nach Gemünd
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