Ostertour 2026

Ostertour 2026
13. April 2026

Früher gehasst, heute geliebt: Drei Nanas von Nicki de Saint Phalle am Leineufer in HIannover

Puh, die letzte größere Womo-Tour liegt bald schon neun Monate zurück: Womo kaputt, Doxi krank, ich zu sehr mit dem Studium beschäftigt, Wetter schlecht, das sind die Gründe für diese viel zu lange Pause. Doch jetzt hat es endlich wieder geklappt, in den Semesterferien zwischen dem Wintersemester 2025/26 und dem Sommersemester 2026.

Ich war im Vorfeld nicht sicher, wie das mit Doxis schwachen Hinterläufen funktionieren würde, denn zu längeren Wanderungen kann ich sie nicht mehr mitnehmen. Aber es hat alles gut geklappt: ins Wohnmobil habe ich sie immer rein- und rausgehoben. Strecken länger als 6 km sind wir nicht mehr gelaufen.

Und wenn ich doch einmal für mehrere Stunden weg vom Fahrzeug musste, habe ich uns einen Stellplatz gesucht, wo ich sie sicher draußen außerhalb des Womos bis zu meiner Rückkehr alleinlassen konnte. Meistens ist sie dann ohnehin schnell unters Womo gekrabbelt, wo sie am liebsten liegt, und wenn ich wiederkam, lag sie dort immer noch ganz entspannt oder vor sich hin schnarchend 🙂

Am Beginn der Reise habe ich die Karwoche als Individualgast im Ashram von Yoga-Vidya in Ostwestfalen verbracht. Viel zu lange war ich schon nicht mehr dort, doch die Tage mit jeweils zweimal fordernden Yoga-Stunden und viel weiteren Programmpunkten waren auch recht anstrengend.

Anschließend haben wir uns weiter durch Ostwestfalen Richtung Niedersachsen bewegt und Orte besucht, die auf meiner Womo-Landkarte noch offene weiße Punkte waren: Wallenberg, Brakel, Bad Karlshafen an der Weser, Uslar und Hardegse im Solling sowie Northeim im Leine-Bergland. Und endlich war ich auch einmal in Hannover, habe mir die Stadt und die berühmten Herrenhäsuer Gärten angeschaut.

Danach sind wir in die Südheide vorgestoßen, dem südlichen Teil der Lüneburger Heide. Wir waren in Eschede, Faßberg und Munster, sind durch die Heide gewandert, haben mehrere Museen besucht und schließlich auch den Weltvogelpark in Walsrode, was wirklich ein tolles Erlebnis war.

Dann ging es auf den Rückweg, zurück Richtung Westfalen und Ruhrgebiet, wo wir uns zuerst die aktuelle Ausstellung von Kunst aus den Händen von Udo Lindenberg in Werl angeschaut haben. Darauf hatte ich mich sehr gefreut.

Die letzten beiden Stationen dieser ereignisreichen Tour waren dann in Duisburg: einmal am stillgelegten Hüttenwerk in Duisburg Meiderich, wo gerade die japanischen Zierkirschen blühen und dann der Töppersee westlich des Rheins, fast schon an der Stadtgrenze zu Krefeld.

Leider hat mich in der zweiten Woche eine hartnäckige Erkältung geplagt. Die werde ich jetzt zu Hause auskurieren müssen. Deshalb könnte ich eigentlich noch ein paar Tage Urlaub vertragen. Doch heute beginnt bereits das neue Semester. Werde ich also gleich wieder loslegen müssen.

Alle Fotos und Beiträge von dieser ereignisreichen Tour gibt es hier.

Tour-Kalender

Impressionen von dieser Reise

Stellplätze auf dieser Tour

1.) Bad Meinberg / Womo-Stellplatz von Yoga Vidya Ostertour 2026Stellplatz für Kurs- oder Individualgäste von Yoga Vidya auf Schotter. Direkt am schönen Baumpark Sylvaticum. Komplette V/E vorhanden.
(15 € / Ostertour 2026Strom verfügbar)
GPS = 51.8978, 8.99256
2.) Northeim / Parkplatz an der Alten Brauerei Ostertour 2026Schöner kleiner kostenloser Stellplatz für acht Mobile am Ende einer Sackgasse unmittelbar vor der historischen Stadtmauer der Altstadt.
(0 € / Ostertour 2026Strom verfügbar)
GPS = 51.705775 10.005292
3.) Hannover / Parkplatz Burchmeisteralle Ostertour 2026Sehr großer PKW-Parkplatz auf Asphalt. Womos werden dort geduldet. Guter Ausgangspunkt, um die Innenstadt zu erkunden. Keine V/E. Bei Volksfesten teilweise komplett gesperrt.
(kein offizieller SP)
GPS = 52.36341, 9.7289
4.) Eschede / Womo-Stellplatz Eschede Ostertour 2026Netter kleiner Stellplatz auf Schotter am Ortsrand, direkt an der Aschau. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen. Entsorgung verfügbar.
(0 € / kein Strom)
GPS = 52.737099 10.2409
5.) Fassberg / Gerdehaus / Wanderparkplatz Gerdehaus Ostertour 2026Wanderparkplatz ohne Infrastruktur direkt an der Heide. Einige wenige Wohnmobile stören dort nicht.
(kein offizieller SP)
GPS = 52.8799, 10.1848
6.) Walsrode / Stellplatz des Weltvogelparks Ostertour 2026Für Wohnmobile reservierter Abschnitt am Rande des großen Parkplatzes des Weltvogelparks. Auf Rasen und unter Bäumen. Nicht ganz gerade. Komplette V/E vorhanden.
(10 € / Ostertour 2026Strom verfügbar)
GPS = 52.8834, 9.5955
7.) Duisburg-Meiderich / Wohnmobil-Stellplatz am Landschaftspark Ostertour 2026Mehrere große Parkplätze auf Schotter unmittelbar am Landschaftspark Nord. Mitbenutzung der Womos erlaubt. Keine Infrastruktur.
(0 € / kein Strom)
GPS = 51.482244, 6.78627
8.) Duisburg-Rumeln / Parkplatz Nord am Toeppersee Ostertour 2026PKW-Parkplatz direkt am See und der Wakeboard-Anlage. Womos werden dort geduldet. Keine Infrastruktur.
(kein offizieller SP)
GPS = 51.40492, 6.66952
( MITI )

Tourabschluss am Toeppersee

Tourabschluss am Toeppersee
Duisburg-Rumeln, 12.04.2026

Blick aus dem Wohnmobil auf den See

Hier wollte ich immer schon einmal mit dem Wohnmobil stehen: Auf dem kostenlosen Besucherparkplatz am nördlichen Toeppersee, zwischen Duisburg-Rumeln und Rheinhausen gelegen, hat man nicht nur einen wunderbaren Blick in die Natur, sondern auch eine viel genutzte Wakeboard-Anlage direkt vor der Nase. Im Sekundentakt rasen die Wakeboarder durchs Wasser und vollziehen teils akrobatische Sprünge. Ein wunderbarer Ort, gerade einmal 30 km von meinem zu Hause entfernt.

( MITI )

Zarte Blüten versus harter Stahl

Zarte Blüten versus harter Stahl
Duisburg, 12.04.2026

Stahl hält hundert Jahre, Kirschblüten nicht einmal zehn Tage

Immer wieder ein beliebtes Ausflugsziel: Der Landschaftspark Nord rund um das stillgelegte Hüttenwerk in Duisbug-Meiderich. Bei der Umgestaltung in den 1990-er Jahren hat man auf den Freiflächen zwischen den Schloten und Kraftwerksanlagen unter anderem japanische Zierkirschen gepflanzt.

Wenn diese wie jetzt im Frühjahr blühen, ergibt das ein ganz bezauberndes Bild. Es ist der Kontrast aus perfekt weißen, zerbrechlichen Blüten und den vor sich hin rostenden Stahlungetümen, der sofort ins Auge springt. Schön sieht das aus.

( MITI )

Weltvogelpark Walsrode

Weltvogelpark Walsrode
Walsrode, 11.04.2026

Bevor ich die Südheide verlasse, möchte ich mir unbedingt eine ganz besondere Attraktion der Region anschauen: den Weltvogelpark Walsrode, der mit einigen Superlativen aufwarten kann: Der 1962 eröffnet Park ist der weltweit größte Vogelpark. Auf dem 24 ha großen Gelände leben etwa 4.000 Vögel aus 650 Arten, womit der Park zu den artenreichsten Zoos der Welt gehört. Sein immer wieder in verschiedenen Variationen präsentiertes Maskottchen ist der Riesentukan mit seinem überdimensionalen schwarz-gelben Schnabel. 

Zu sehen sind Vögel aus allen Kontinenten und Klimazonen der Welt, von ganz groß bis ganz klein, in Freigeländen, Volieren, klimatisierten Tropenhäusern, Bruthäuser und bei Flugshows.

In der von mir besuchten Flugshow am Nachmittag kamen Pelikane, Adler, Geier, Falken, Uhus und Papageien zu ihrem viel beklatschtem Auftritt. In der Morgenshow soll auch ein Anden-Condor mit von der Partie gewesen sein, doch der hatte am Nachmittag wohl schon Wochenende 🙂

Wie häufig bei solchen Schauen ist es faszinierend, wenn Großvögel dazu gebracht werden, unmittelbar über den Köpfen der Zuschauer zu kreuzen.

Ich hatte einmal das Vergnügen mit einem ausgewachsenen Weißkopfseeadler, dem Wappentier der USA, der kaum 50 Zentimeter über mich hinweg segelte. Unglaublich, wie groß und kräftig mir das Tier dabei vorkam (siehe Fotos unten). Alle Besucher um mich herum hielten bei dieser Begegnung spontan den Atem an.

( MITI )

Deutsches Panzermuseum Munster

Deutsches Panzermuseum Munster
Munster, 11. April 2026

Das erste und einzige deutsche Panzermodell mit Ersten Weltkrieg, der Sturmpanzerwagen A7V mit bis zu 22 Mann Besatzung

Die Lüneburgerheide und die Südheide werden von der Bundeswehr und befreundeten Armeen intensiv für militärische Manöver, Schießübungen und Kampftraining genutzt. Dafür existieren bei Munster und bei Bergen mehrere große Truppenübungsplätze, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Am Ortsrand von Munster logiert auch die zentrale Panzertruppenschule der Bundeswehr und auf deren Gelände das viel besuchte Deutsche Panzermuseum.

Da ich es in meiner Kinder- und Jugendzeit liebte, historische Panzer- und Flugzeugmodelle zusammenzubauen, bin ich mit der Panzergeschichte der Wehrmacht, ihren Gegnern im Ersten und Zweiten Weltkrieg, sowie der Bundeswehr und ihren befreundeten Nationen ein wenig vertraut.

Es war deshalb spannend für mich zu sehen, dass mir von den 150 ausgestellten Großobjekten doch einige vertraut waren, weil ich selbst schon an ihnen „rumgeleimt“ hatte: etwa die Wehrmachtspanzer I bis IV und der Tiger, der russische T34, der US-amerikanische Sherman, aber auch moderne Bundeswehr-Panzer wie der Leopard I und II, der Gepard, oder der israelische Merkava, um nur einige zu nennen.

Wenn man vor den Kriegsmaschinen steht, ist man immer wieder beeindruckt, wie groß und gewaltig diese wirken können. Die Ausstellung verschweigt nicht, wofür Panzer geschaffen wurden und setzt sich in rund 50 Info-Tafeln kritisch und multiperspektivisch mit der Panzergeschichte auseinander: Von Technik- und Taktikgeschichte, über Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis hin zu Kultur- und Politikgeschichte und vom Beginn der Panzerwaffe bis zur Zukunft des Panzers in Zeiten hybrider Kriegsführung. Auch die Problematik vom Leiden, Töten und Sterben wird nicht ausgespart. Für mich eine sehr gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema.

( MITI )

Heidewanderung zum Heusselberg

Heidewanderung zum Heusselberg
Südheide, 10.04.2026

Heideflächen und Waldflächen wechseln sich ab

Die höchste Erhebung in der mittleren Südheide weit und breit ist der Heusselberg mit einer Höhe von 118 Meter ü.N.N. Für die erstmalige exakte Vermessung Niedersachsens durch den Naturwissenschafter Carl Friedrich Gauß im Jahre 1820 spielte der Berg deshalb eine wichtige Rolle.

Außerdem soll man von dort einen tollen Fernblick in die umliegenden Heideflächen haben, hatte ich gelesen. Deshalb habe ich mich mit Doxi heute zu einer knapp sieben Kilometer langen Wanderung auf den Heusselberg aufgemacht.

Unsere Rundtour startet bei der kleinen Siedlung Gerdehaus. Von dort führen zahlreiche Wander- und Wirtschaftswege durch die Heide.

Und tatsächlich, auf der Spitze des Heusselbergs, den wir nach knapp einer Stunde erreichen, steht ein Gedenkstein an die Landesvermessung, dazu eine Infotafel neben einer Schutzhütte.

Doch von schönen Fernblicken kann leider keine Rede (mehr) sein. Die umliegenden Fichten sind viel zu hoch gewachsen und von einem früher dort vielleicht vorhandenen Aussichtsturm fehlt heute jede Spur.

Haben wir den Weg in gewisser Weise umsonst gemacht, aber eigentlich auch nicht, denn es war eine nette kleine Wanderung durch die typische Landschaft des Nationalparks Südheide. Und ich glaube, Doxi hat es auch gefallen.

( MITI )