Von der Innenstadt sind es nur wenige hundert Meter zur Landesgartenschau
Anlässlich des 75. Geburtstags meiner großen Schwester haben wir heute mit der gesamten Familie die Landesgartenschau Neuss besucht. Das Wetter war lieblich, das Gelände gut besucht und die Stimmung fröhlich floral – ein schöner halber Tag auf dem Gelände der ehemaligen Trabrennbahn.
Das Gartenland und die umgebenden Flächen sind ein zentrales Element der LAGA Neuss. Auf der rund 20.000 m² großen Fläche zeigen 50 Ausstellungsbeiträge Gartenkunst und Inspirationen für das eigene Zuhause.
Römischer Garten, Olivengarten, Zukunftsgarten NRW, Hängender Garten, Naturgarten Neuss, Mitmach-Garten, Welcome Garden oder natürlich die inspirierenden Wohlfühlgärten laden zum Staunen und Flanieren ein.
Leider waren wir für den Rosengarten mit 70 verschiedenen Sorten unweit der Teichterrassen noch ein wenig zu früh im Jahr dran. Aber ansonsten konnten wir viele bunte und blühende Pflanzen genießen. Zuletzt hatten wir gemeinsam 2020 eine Landesgartenschau besucht, damals in Kamp-Lintfort. Schön, dass wir das heute noch einmal gemeinsam geschafft haben.
Sind sie nicht bezaubernd? Farbenfroh wie der Frühling …
Ich finde ja, farbenprächtige Stoffe und Muster kommen auf dunkler Haut viel besser zur Geltung, als auf heller. Und als mir letztens nach etwas Abwechslung vom Dauer-Lernen im Studium war, habe ich erneut mit der Bilder-KI herumgespielt und ein wenig in diese Richtung „gepromptet“, wie man heute so sagt.
POC-Frauen (people of colour) in fantasievoller Kleidung vor bunter Möbilierung war mein Thema, und das hier ist dabei u.a. herausgekommen. Diese drei stylishen Damen sind jetzt für einige Wochen bei mir im Treppenhaus zu Gast und erfreuen mich mit ihrer mutigen Farbenvielfalt. Dann ist wieder Kleider-, pardon, Bilderwechsel angesagt.
Deutsche Ausgabe erschienen im Dumont-Verlag, Köln
Erst habe ich zwei Jahre lang fast gar keine Belletristik an mich herangelassen, sondern nur noch Fachliteratur für mein Studium. Doch jetzt habe drei Romane des französischen „Skandalautors“ Michel Houellebecq hintereinander weggelesen. Hatte ich wohl etwas Nachholbedarf nach Fantasie statt Faktenwissen.
Diese Woche habe ich den vorerst letzten Houellebecq zu Ende gebracht, „Karte und Gebiet“ von 2010. Und mich gleich danach wieder ins Studium geworfen. Jetzt erst einmal keine Romane mehr, das habe ich mir fest vorgenommen. Sonst wird es mit der nächsten Semesterprüfung nichts.
„Karte und Gebiet“ ist ein gut gemachter und schön zu lesender Roman, der allerdings ein Houellebecq-typisches Element vermissen lässt: Den Skandal. Keine Pornografie, keine Subversion, keine ketzerischen Anklagen. Dafür ein ganz besonderer Kniff, den man vielleicht nur Schriftstellern mit der Bekanntheit und der Chuzpe eines Houellebecqs zutrauen möchte. Denn der Autor bringt sich unter eigenem Namen und als Erfolgsschriftsteller der Gegenwart selbst in den Plot ein.
Nicht als Hauptfigur, das ist der einzelgängerische Künstler Jed, sondern als wichtige Nebenfigur, die der Künstler für seine Bildreihe „Menschen und ihr Handwerk“ porträtiert. Es sind diese Portraits von einfachen Handwerkern bis zu Industrie-Ikonen wie Steve Jobs, die Jed den ganz großen kommerziellen Durchbruch bringen und Houellebecq einen schmerzhaft-blutigen Gewalttod. Inklusive seines Hundes.
Den spannend konstruierten Zusammenhang will ich hier gar nicht spoilern, doch eines kann ich verraten: Das Lesen lohnt sich. Jetzt für wenige Euros im Gebrauchtbuchhandel erhältlich: „Karte und Gebiet“ von Michel Houellebecq.
Im Galarock des heiteren Verschwenders, ein Blumenzepter in der schmalen Hand, fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders, aus seiner Kutsche grüßend, über Land.
Es überblüht sich, er braucht nur zu winken. Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain. Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken. Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.
Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten. Die Birken machen einen grünen Knicks. Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten, das Scherzo aus der Symphonie des Glücks.
Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle. Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei. Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle. O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!
Melancholie und Freude sind wohl Schwestern. Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee. Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern. Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh.
Er nickt uns zu und ruft: „Ich komm ja wieder!“ Aus Himmelblau wird langsam Abendgold. Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder. Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.
Gestern habe ich den Tag der offenen Tür in der Bonsai-Werkstatt, einem auf Bonsai spezialisierten Gartenbaubetrieb in Düsseldorf-Hamm, genutzt, um mir einen Eindruck von den ausgestellten Bonsais zu verschaffen.
Die Bonsai-Werkstatt vereint ein Zentrum für die Anzucht und Gestaltung, ein Verkaufsgeschäft und die größte Bonsai-Schule Deutschlands unter einem Dach. Bonsai-Liebhaber können dort alles Wissenswerte und die notwendigen Fähigkeiten für die Zucht und Pflege von Bonsais erlernen.
Wie ich erfahren habe, sind die Kurse der „international bonsai school düsseldorf“ regelmäßig ausgebucht, womit ich nicht gerechnet hätte. Spannend fand ich auch, wie viele heimische Gehölze sich tatsächlich zu Bonsais heranziehen lassen und dass es auch blühende Bonsais gibt.
Für seine Arbeiten hat der Betrieb bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Alles wirklich sehr schön anzuschauen, darunter einige echte Prachtexemplare mit hohem Alter.Das höchste, was ich ausmachen konnte, war ein Sadebaum und eine japanische Eibe im Alter von 120 Jahre. So ein langes Leben in so kleinen Pflanzschalen. Wahnsinn!
In Folie eingeschweißte und konservierte Pflanzen aus den 1970er Jahren
Helmut Schweizer (*1946) ist ein deutscher Künstler, der seit vielen Jahren in Düsseldorf lebt und seit den 1970er Jahren als Konzept- und AktionskünstlerAnerkennung erfahren hat. Er nahm u.a. an der documenta IX in Kassel teil und ist in internationalen Sammlungen vertreten.
Anlässlich seines 80sten Geburtstag zeigt das Museum für Europäische Gartenkunst im Düsseldorfer Schloss Benrath zahlreiche seiner Werke aus fünf Jahrzehnten künstlerischen Schaffens.
Schweizer gehört zu einer Generation, deren Blick auf Natur und Fortschritt durch historische Ereignisse geprägt wurde – von den atomaren Katastrophen des 20. Jahrhunderts in Hiroshima und Tschernobyl bis hin zu den ökologischen Herausforderungen der Gegenwart.
Seit den 1970er Jahren setzt sich Schweizer in seinen Arbeiten mit der Natur als schöpferischer und zugleich zerstörerischer Kraft auseinander. Seine ungewöhnliche Methode, Pflanzen nicht zu pressen oder zu trocknen, sondern in transparente Polyethylen-Folien einzuschweißen, führte zu experimentellen Herbarien, die sich über Jahrzehnte hinweg zu faszinierenden Zeitkapseln entwickelt haben.
Während manche Pflanzen in ihren Hüllen langsam zerfallen, erscheinen andere nahezu unverändert und bewahren Spuren ihres Chlorophylls. So entstehen eindrucksvolle Bilder von Leben, Zeit und Vergänglichkeit. Diese Arbeiten thematisieren Natur als eigengesetzliche, unberechenbare Macht – als Ursprung von Schönheit und Leben ebenso wie als Ort von Risiko und Zerstörung.
Wie kein zweiter europäischer Künstler seiner Zeit durchdringt und reflektiert Schweizer dabei die physikalischen, biochemischen und nuklearen Dimensionen der Natur und überführt dieses Wissen in Schönheit, Atmosphäre und Mahnung. Seine Arbeiten respektieren die Natur als eine Instanz, die sich nicht zwingen lässt und in deren Geschichte der Mensch nur eine Episode gewesen sein wird. Daher der Ausstellungstitel „nature [continues]“.
Helnut Schwizer, Reise – 1100 km – Was am Straßenrand blühte. 1971
In Folie eingeschweißte Pflanzen aus den 1970er Jahren
In Folie eingeschweißte Pflanzen aus den 1970er Jahren
Helmut Schweizer, Die Geburt der Tragödie, 1969/2015
Helmut Schweizer, Du siehst das Feuer aus seiner Muschel brechen, 2011
Helmut Schweizer, Einsteinium aus dem Zyklus „Gefrorenes Licht“, 2014
Helmut Schweizer, Strontium-90 aus dem Zyklus „Gefrorenes Licht“, 2014
Helmut Schweizer, Caesium-137 aus dem Zyklus „Gefrorenes Licht“, 2014
Helmut Schweizer, Mendelevium aus dem Zyklus „Gefrorenes Licht“, 2014
Helmut Schweizer, Uran-235 aus dem Zyklus „Gefrorenes Licht“, 2014
Helmut Schweizer, Caesium-134 aus dem Zyklus „Gefrorenes Licht“, 2014
Helmut Schweizer, Detschlandschafft 1, 1990
Helmut Schweizer, Detschlandschafft 2, 1990
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