Weltvogelpark Walsrode

Weltvogelpark Walsrode
Walsrode, 11. April 2026

Bevor ich die Südheide verlasse, möchte ich mir unbedingt eine ganz besondere Attraktion der Region anschauen: den Weltvogelpark Walsrode, der mit einigen Superlativen aufwarten kann: Der 1962 eröffnet Park ist der weltweit größte Vogelpark. Auf dem 24 ha großen Gelände leben etwa 4.000 Vögel aus 650 Arten, womit der Park zu den artenreichsten Zoos der Welt gehört. Sein immer wieder in verschiedenen Variationen präsentiertes Maskottchen ist der Riesentukan mit seinem überdimensionalen schwarz-gelben Schnabel. 

Zu sehen sind Vögel aus allen Kontinenten und Klimazonen der Welt, von ganz groß bis ganz klein, in Freigeländen, Volieren, klimatisierten Tropenhäusern, Bruthäuser und bei Flugshows.

In der von mir besuchten Flugshow am Nachmittag kamen Pelikane, Adler, Geier, Falken, Uhus und Papageien zu ihrem viel beklatschtem Auftritt. In der Morgenshow soll auch ein Anden-Condor mit von der Partie gewesen sein, doch der hatte am Nachmittag wohl schon Wochenende 🙂

Wie häufig bei solchen Schauen ist es faszinierend, wenn Großvögel dazu gebracht werden, unmittelbar über den Köpfen der Zuschauer zu kreuzen.

Ich hatte einmal das Vergnügen mit einem ausgewachsenen Weißkopfseeadler, dem Wappentier der USA, der kaum 50 Zentimeter über mich hinweg segelte. Unglaublich, wie groß und kräftig mir das Tier dabei vorkam (siehe Fotos unten). Alle Besucher um mich herum hielten bei dieser Begegnung spontan den Atem an.

( MITI )

Deutsches Panzermuseum Munster

Deutsches Panzermuseum Munster
Munster, 11. April 2026

Das erste und einzige deutsche Panzermodell mit Ersten Weltkrieg, der Sturmpanzerwagen A7V mit bis zu 22 Mann Besatzung

Die Lüneburgerheide und die Südheide werden von der Bundeswehr und befreundeten Armeen intensiv für militärische Manöver, Schießübungen und Kampftraining genutzt. Dafür existieren bei Munster und bei Bergen mehrere große Truppenübungsplätze, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Am Ortsrand von Munster logiert auch die zentrale Panzertruppenschule der Bundeswehr und auf deren Gelände das viel besuchte Deutsche Panzermuseum.

Da ich es in meiner Kinder- und Jugendzeit liebte, historische Panzer- und Flugzeugmodelle zusammenzubauen, bin ich mit der Panzergeschichte der Wehrmacht, ihren Gegnern im Ersten und Zweiten Weltkrieg, sowie der Bundeswehr und ihren befreundeten Nationen ein wenig vertraut.

Es war deshalb spannend für mich zu sehen, dass mir von den 150 ausgestellten Großobjekten doch einige vertraut waren, weil ich selbst schon an ihnen „rumgeleimt“ hatte: etwa die Wehrmachtspanzer I bis IV und der Tiger, der russische T34, der US-amerikanische Sherman, aber auch moderne Bundeswehr-Panzer wie der Leopard I und II, der Gepard, oder der israelische Merkava, um nur einige zu nennen.

Wenn man vor den Kriegsmaschinen steht, ist man immer wieder beeindruckt, wie groß und gewaltig diese wirken können. Die Ausstellung verschweigt nicht, wofür Panzer geschaffen wurden und setzt sich in rund 50 Info-Tafeln kritisch und multiperspektivisch mit der Panzergeschichte auseinander: Von Technik- und Taktikgeschichte, über Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis hin zu Kultur- und Politikgeschichte und vom Beginn der Panzerwaffe bis zur Zukunft des Panzers in Zeiten hybrider Kriegsführung. Auch die Problematik vom Leiden, Töten und Sterben wird nicht ausgespart. Für mich eine sehr gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema.

( MITI )

Heidewanderung zum Heusselberg

Heidewanderung zum Heusselberg
Südheide, 10. April 2026

Heideflächen und Waldflächen wechseln sich ab

Die höchste Erhebung in der mittleren Südheide weit und breit ist der Heusselberg mit einer Höhe von 118 Meter ü.N.N. Für die erstmalige exakte Vermessung Niedersachsens durch den Naturwissenschafter Carl Friedrich Gauß im Jahre 1820 spielte der Berg deshalb eine wichtige Rolle.

Außerdem soll man von dort einen tollen Fernblick in die umliegenden Heideflächen haben, hatte ich gelesen. Deshalb habe ich mich mit Doxi heute zu einer knapp sieben Kilometer langen Wanderung auf den Heusselberg aufgemacht.

Unsere Rundtour startet bei der kleinen Siedlung Gerdehaus. Von dort führen zahlreiche Wander- und Wirtschaftswege durch die Heide.

Und tatsächlich, auf der Spitze des Heusselbergs, den wir nach knapp einer Stunde erreichen, steht ein Gedenkstein an die Landesvermessung, dazu eine Infotafel neben einer Schutzhütte.

Doch von schönen Fernblicken kann leider keine Rede (mehr) sein. Die umliegenden Fichten sind viel zu hoch gewachsen und von einem früher dort vielleicht vorhandenen Aussichtsturm fehlt heute jede Spur.

Haben wir den Weg in gewisser Weise umsonst gemacht, aber eigentlich auch nicht, denn es war eine nette kleine Wanderung durch die typische Landschaft des Nationalparks Südheide. Und ich glaube, Doxi hat es auch gefallen.

( MITI )

Unvergessen: die Rosinenbomber

Unvergessen: die Rosinenbomber
Faßberg, 10. April 2026

Das Luftbrückenmuseum in Faßberg: Untergebracht auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunktes

Wir sind auf dem Weg, den Naturpark Südheide mit seinen schier endlos wirkenden Wald- und Heideflächen von Ost nach West zu durchfahren. Von Eschede kommend machen wir auf halber Strecke in Faßberg halt.

Hier hatten die Nazis in den 1930-er Jahren mitten in der Heide und unter strikter Geheimhaltung ein militärisches Fluggelände, sowie Siedlungen für 2.000 Militärangehörige und Zivilisten errichten lassen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten erst die Briten den Flugplatz, später wurde er an die Bundeswehr übergeben.

Weltpolitische Aufmerksamkeit erlangte der Standard während der Blockade West-Berlins durch die Russen im Jahr 1948.

In West-Berlin lebten zu dieser Zeit mehr als 2 Millionen Menschen, die durch die Sperrung aller Landwege aus den westlichen Besatzungszonen über Nacht von allen überlebenswichtigen Warenlieferungen abgeschnitten waren: Lebensmittel, Steinkohle, Benzin und Diesel, Medikamente und vieles mehr.

Ab diesem Zeitpunkt konnte West-Berlin nur noch durch die Luft versorgt werden. Bereits 1945 waren den Westalliierten durch die Russen drei Luftkorridore zugesichert worden: ein nördlicher von Hamburg aus, ein südlicher von Frankfurt und ein mittlerer von Hannover.

Letzterer nutzte vor allem den Flugplatz Faßberg für tausende von Versorgungsflügen, weshalb hier heute ein Museum an die Zeit der Luftbrücke erinnert, die letztendlich vom 1.4.1948 bis zum 12. Mai 1949 dauerte. Dann gaben die Russen ihre Blockade-Haltung auf. Ihr Erpressungsversuch war gescheitert.

In vier Nissenhütten und zwei geschlossenen Eisenbahnwaggons wird unter Verwendung von Originaldokumenten, Ausstellungsobjekten und alten Filmen gezeigt, wie amerikanische und britische Flugzeuge von Faßberg aus West-Berlin mit insgesamt 539.112 Tonnen Kohle versorgten. Auf dem Freigelände ist außerdem ein Original-Luftbrückenflugzeug vom Typ Douglas C-47 zu sehen, von den Berlinern liebevoll als „Rosinenbomber“ bezeichnet. Ein bedeutendes Stück deutscher Zeitgeschichte, in Faßberg zum Anfassen nahe.

( MITI )

Aschau und Aschauer Teiche

Aschau und Aschauer Teiche
Eschede, 10. April 2026

Einer von rund 50 Fischteichen an der Aschau bei Eschede

Von Hannover bin ich 60 km in nordöstlicher Richtung weitergefahren, in den Naturpark Südheide, dem südlichen Teil der Lüneburger Heide. Wir stehen auf einem süßen kleinen Stellplatz in der Natur am Ortsrand von Eschede, bekannt geworden durch das fürchterliche ICE-Zugunglück mit 100 Toten im Jahre 1998.

Unmittelbar am Stellplatz fließt die Aschau vorbei, ein 20 km langer Nebenfluss der Lachte, die in die Aller mündet. Drei Kilometer flussaufwärts wird die Aschau in den Aschauer Teichen aufgestaut. In den rund 50 künstlich angelegten Becken werden seit Anfang des 20. Jahrhundert kommerziell Forellen, Karpfen, Schleie, Hechte, Goldorfe, sowie Signal- und Edelkrebse gezüchtet.

Normalerweise würde ich Doxi die Strecke von 6 km hin und zurück gar nicht mehr unbedingt zumuten, doch in der letzten Woche hat sie noch einmal eine Librela-Spritze bekommen und in den letzten Tage ist sie gut und problemlos gelaufen. Tatsächlich schafft sie die Strecke ohne große Anstrengung. Einmal knickt sie in den Vorderläufen weg und muss sich wieder aufrappeln, zeigt aber danach weder Schmerzen noch Humpeln.

Es ist eine schöne Tour durch Wald und Feld, fast immer am Fluss entlang, der hier lieblich durch die Landschaft mäandert. Wir begegnen keiner Menschenseele, dafür mehreren Rehen, die uns neugierig anstarren, bevor sie weglaufen. Auch Wölfe soll es rund um Eschede wieder geben, doch die kreuzen heute glücklicherweise nicht unseren Weg.

( MITI )

Hannover vom Fahrrad aus gesehen

Hannover vom Fahrrad aus gesehen
Hannover, 9. April 2026

Das Neue Rathaus, Rückseite am Maschpark

Fast zwanzig Jahre lang bin ich im Frühling regelmäßig nach Hannover gefahren, um die Computermesse CeBit zu besuchen. Doch von der Stadt habe ich außer den Messehallen nie etwas gesehen. Ein echtes Versäumnis, wie ich heute festgestellt habe.

Eigentlich wollte ich heute vor allem die berühmten Herrenhäuser Gärten im Norden der Stadt erkunden. Aber nachdem ich festgestellt hatte, dass es von dort nur 4 km bis ins Zentrum sind, bin ich ganz gemütlich für zwei Stunden mit dem Fahrrad durch das Herz der niedersächsischen Landeshauptstadt gecruised. 

Ich hatte mir gar nicht so wahnsinnig viel davon versprochen, doch ich muss sagen: Hannover ist reich an interessanter Architektur, schönen Parks und viel Kunst im öffentlichen Raum.

Die architektonische Bandbreite reicht von historischen Wehrmauern, mittelalterlichem Fachwerk, Klassizismus, Bauhaus, Neue Sachlichkeit bis hin zu hypermodernen Bauten.  Gleich neben dem riesigen, imposant-verschnörkelten Neuen Rathaus aus Wilhelminischer Zeit ragt der futuristische Gebäudekomplex der Nord LB in den Himmel,

Und mit dem großen Maschsee hat man viele Freizeitmöglichkeiten quasi direkt vor der Haustür. Sicher hätte ich noch mehr entdecken können, doch ich wollte Doxi nicht so lange im Wohnmobil allein lassen. Manchmal kann man eben nicht alles haben, doch jetzt bin ich von Hannover „angefixt“. Muss ich wohl wiederkommen, wenn ich erneut in der Gegend bin.

( MITI )