
Seitlicher Blick auf das Schloss
Jetzt habe ich es endlich einmal geschafft und das Schloss Morsbroich in Leverkusen-Schlebusch besucht. Der heute prächtig renovierte Bau wurde ab 1775 als Lustschloss im Stil des Rokoko errichtet. Bauherr war seinerzeit Ignaz Felix Freiherr von Roll zu Bernau, Leiter und Verwalter des Deutschritterordens für den Großbereich Koblenz.
Das Schloss steht an der Stelle eines verrotteten Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert, der dafür abgerissen wurde. Als Vorbild für den Neubau diente das Jagdschloss Falkenlust in Brühl.Das Schloss ist umgeben von einem zur gleichen Zeit errichteten Englischen Landschaftspark mit einem prächtigen, teils uralten Baumbestand. Im Park werden heute moderne Skulpturen präsentiert.
Nach einer wechselvollen Geschichte befinden sich Schloss und Park seit 1948 im Besitz der Stadt Leverkusen. Im Schloss wurde 1951 ein bis heute bestehendes Museum für Gegenwartskunst errichtet – damals die erste derartige Neueröffnung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland.
Überregionale Aufmerksamkeit erlangte das Museum, als im November 1973 zwei Mitglieder des gerade im Schloss feiernden SPD-Ortsvereins ungewollt ein eingelagertes Kunstwerk von Joseph Beuys zerstörten.
Auf der Suche nach einer Schüssel zum Gläserspülen entdeckten sie die scheinbar sinnlos mit Heftpflaster und Mullbinden „verzierte“ Baby-Badewanne, ohne zu realisieren, dass diese ein gewolltes Kunstwerk darstellte. „Wir dachten, das alte Ding könnten wir schön sauber machen und dann benutzen, um darin unsere Gläser zu spülen“, erinnerten sich die beiden Damen später. Der Künstler war „not amused“ und die Stadt kostete das Malheur in einem späteren Vergleich rund 40.000 D-Mark.





