Udo ist im Haus

Udo ist im Haus
Werl, 20. Mai 2026

Udo Lindenberg, seit 30 Jahren ein ost-west-deutsches Gesamtkunstwerk

Udo Lindenberg gehört spätestens seit der Wiedervereinigung zum gesamtdeutschen Kulturgut. Anlässlich seines 80sten Geburtstags vor wenigen Tagen hat der Schlagzeuger, Sänger und Performer noch einmal sehr viel Anerkennung und mediale Aufmerksamkeit erfahren.

Neben seinen musikalischen Aktivitäten tritt Lindenberg seit den 1990er Jahren immer wieder als Maler in Erscheinung. 1996 hatte er seine erste Ausstellung, viele weitere sollten folgen. Gerne bezeichnet sich Lindenberg, der in Hamburg lebt, in diesem Zusammenhang als „Stricher aus St. Pauli“.

Im Dezember 2002 stellte er seinen Bilderzyklus „Die 10 Gebote“ in der Hamburger St.-Jacobi-Kirche aus. 2005 präsentierte das Haus der Geschichte in Bonn eine Ausstellung seiner Werke. Später begann die Zusammenarbeit mit den Galerien Walentowski, die ihn seitdem vertreten.

Gerade läuft in den Walentowski-Galerien, Werl, eine Ausstellung, die ein breites Spektrum Lindenbergs künstlerischer Arbeiten aus drei Jahrzehnten präsentiert, darunter auch die bekannten Likörelle.

Das sind Aquarelle, die nicht mit klassischer Malfarbe, sondern mit unterschiedlich eingefärbten Likören gemalt wurden – eine selbstironische Anspielung auf Lindenbergs phasenweise zerstörerisches Verhältnis zum Alkohol und die Erkenntnis, dass Malen im Vergleich wohl die bessere Therapie für ihn sei.

Mir war nicht klar, dass Lindenberg in seinen Bildern vor allem sich selbst und seine Träume, Projekte und die Menschen thematisiert, die in seinem Leben eine Rolle spielen. Häufig tauchen in den Werken bekannte Claims wie „Keine Panik“, „Ich mach’ mein Ding“ oder „Alles klar auf der Andrea Doria“ auf, die man dank jahrzehntelanger Wiederholung sofort mit dem Künstler assoziiert.

Udo ist im Haus

Starfabrik, 2006

Lindenbergs Malstil ist bunt, plakativ, teilweise poetisch und immer freundlich positiv. Mich erinnert er stellenweise an Comic-Zeichnungen. Es könnten auch Illustrationen für die Booklets seiner CDs sein, habe ich bei dem ein oder anderen Werk gedacht. Aber vielleicht sind sie das ja auch.

Die aufgerufenen Preise machen deutlich, dass sich Lindenberg, zu einem Schwergewicht der deutschen Kulturszene entwickelt hat – oder einfach auf ziemlich großem Fuße lebt. Die Preise für gerahmte, handsignierte Serigrafien im Format A4+ mit Auflagen zwischen 200 oder 300 Exemplaren liegen um die 2.000 Euro.

Großformatige Werke erreichen gerne 20.000 Euro, selbst wenn es sich um wiederholte Leinwanddrucke handelt, die der Künstler lediglich „individualisiert“ hat, wie das ein wenig euphemistisch tituliert wird.

Echte Unikate liegen dann schon mal bei knapp 70.000 Euro. Dabei scheint mir der Name Lindenberg fast eine größere Rolle zu spielen, als die künstlerische Leistung. Aber so ist das im modernen Kunstbetrieb, von daher keine Kritik, sondern viel mehr ein Dankeschön, dass man diese spannende Werkschau bei Walentowski in Werl zu Gesicht bekommt.

( Michael Tischer )

Ihr Äpfelein kommet

Ihr Äpfelein kommet
Büttgen, 19. Mai 2026

Alles Wellant, oder was? 23 Millimeter misst der aktuell prallste Jungapflel bereits

Wow, 42 kleine Wellant-Äpfelchen trägt der im Herbst 2025 gesetzt Apfelbaum bereits nach der ersten Blüte in meinem Garten. Und das ist doch schon die korrekte Antwort auf alle Fragen, wie man seit Douglas Adams weiß (haha). Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet. Und die dicksten „Ebbelsche“ messen sogar schon über 2 cm im Durchmesser. Ich glaube, dieses Maß werde ich jetzt bis zur Ernte im Herbst regelmäßig festhalten und schauen, wie sich die Früchte Woche für Woche entwickeln und ob der kleine Baum sie nicht vorzeitig zur eigenen Entlastung abwirft („Junifall“). Finde ich spannend.

( Michael Tischer )

Lehmbruck Museum: Anish Kapoor

Lehmbruck Museum: Anish Kapoor
Duisburg, 17. Mai 2026

Anish Kapoor, „Past, Present, Future“, 2006

Der indisch-britische Bildhauer Anish Kapoor (*1954)  gehört zu den weltweit angesehensten Künstlern unserer Zeit. Er ist Träger begehrter Kunstpreise und hoher ziviler Auszeichnungen. In diesem Jahr ist mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Preis, gestiftet von der Stadt Duisburg und dem Landschaftsverband NRW, eine weitere bedeutende Ehrung hinzugekommen.

Aus diesem Anlass zeigt das Lehmbruck-Museum Duisburg eine Sonderausstellung mit Werken Kapoors. Die Ausstellung ist eine seltene Gelegenheit, Kapoors Schaffen in seiner ganzen emotionalen und philosophischen Tiefe zu erleben. Sie lädt dazu ein, sich intensiven Sinneseindrücken zu öffnen und das Unmögliche für möglich zu halten.

Systematisch und mit visionärer Kraft erforscht Kapoor die Grundbedingungen des Menschseins. Im Mittelpunkt stehen Phasen des Übergangs, Kipppunkte unseres Lebens. Im Parcours durch die Ausstellung begegnet man Werken, die wie Schwellen zu anderen Dimensionen wirken – geheimnisvoll und von unmittelbarer Präsenz.

Tatsächlich sind es gar nicht wahnsinnig viele Exponate, die in Duisburg zu sehen sind, aber die haben eine ungeheure Strahlkraft und Tiefe. Viele seiner Skulpturen sind keine statischen Objekte, sondern pulsierende Organismen und Orte des Werdens, wie bei seiner riesigen, selbst-transformativen Skulptur „Past, Present, Future“, aus Tonnen von Wachs und Parafin, die jetzt ebenfalls in Duisburg zu sehen ist.

An anderer Stelle verwandeln riesige gebogene Spiegelwände, die einen ganzen Saal füllen, die Architektur des Lehmbruck Museums in einen Resonanzraum für Kapoors Ideen: Licht und Schatten. Das Ganze ist so wirkmächtig, dass ich mir die Ausstellung wohl noch einmal ansehen werde. Für die kommenden Monate sind mehrere Führungen angesetzt. Ich hoffe, ich kann irgendwie dabei sein, einmal mindestens.

( Michael Tischer )

In Gemüse ertrunken

In Gemüse ertrunken
Büttgen, 16. Mai 2026

Das Blech mit Gemüse und Thunfisch, bevor es in den Ofen geht

Wir lagen vor Madagaskar und hatten zu viel Gemüse an Bord: Süßkartoffeln, Kirschtomaten, Spitzpaprika, Zucchini, Champignons, Möhren, Erbsen, Zwiebeln, Spargel und ein kleiner Rest Blumenkohl. Das reicht locker für zwei Bleche mit Ofengemüse, eines mit Thunfisch und eines mit Schafskäse.

Zur „Strafe“ gibts nun drei Tage das Gleiche zu essen, sofern ich nicht doch noch zurückrudere und den Überschuss einfriere 🙂 Ist aber sehr lecker. Und sicher auch gesund. 

In Gemüse ertrunken

Zwei Schalen, das ergibt zwei Bleche – und eine Stunde Schnippelei.

( Michael Tischer )

Neue Kunst eingetroffen

Neue Kunst eingetroffen
Büttgen, 15. Mai 2026

Neue Bilder im Format 120×90. Da staunt sogar Harry, der Hirsch.

Vor zwei Wochen hatte mein ohnehin günstiger Lieblings-Leinwanddrucker eine seiner legendären 50%-Rabattaktionen. Da habe ich bei den Großformaten gleich mit einigen KI-Motiven und Fotografien aus Museen zugeschlagen.

Okay, ich habe zwar eigentlich schon genügend Kunstwerke für alle Wände im Haus, aber ich möchte ja auch regelmäßig wechseln. Und solange mein Kellerlager noch nicht randvoll ist, treibe ich das Spiel noch etwas weiter. Ich stehe einfach zu sehr auf moderne Kunst.

( Michael Tischer )

Programmieren mit KI-Hilfe

Programmieren mit KI-Hilfe
Büttgen, 14. Mai 2026

Mein Studium-Quizsystem in Aktion (oben links) und der Programmcode, der dahinter steckt

Seit bald 50 Jahren programmiere ich am Computer. Heute nicht mehr für Geld, sondern wie zu Teenager-Zeiten wieder als Hobby. Es ist eine Beschäftigung mit hoher Selbstwirksamkeit, bei der man leicht in einen kreativen Flow gerät und die Zeit dabei völlig vergisst.

Derzeit wird das Feld der Software-Entwicklung durch das Thema künstliche Intelligenz mächtig durchgeschüttelt. Einfach, weil entsprechend trainierte KI-Systeme mittlerweile in der Lage sind, Programmcode nach Ansage der gewünschten Funktionsweise selbständig zu generieren.

Software-Entwickler setzen ihre Programme dann aus KI-produzierten Teilelementen zusammen, ergänzen eigenen Code, testen aus und beheben Fehler – denn auch die KI ist bekanntlich nicht perfekt. Das hat das Potenzial, die Software-Entwicklung radikal zu beschleunigen.

Nun habe auch ich zum ersten Mal mithilfe künstlicher Intelligenz kodiert, mit der Google-KI „Gemini“. Es ging um ein Projekt, das mich im Studium unterstützen soll: ein Quiz-System zum Testen von Vorlesungsinhalten. Denn regelmäßige Selbsttests gelten als eine der effektivsten Methoden, frisch erworbenes Wissen längerfristig in unserem Gehirn zu verankern.

Programmieren mit KI-Hilfe

Oben im grauen Kasten meine Ansage an Google Gemini, darunter Hinweise zum erzeugten Programmcode und der Code selbst

Knapp drei Tage habe ich mit der KI für mein kleines Studi-Quiz-System benötigt, und was soll ich sagen? Es war immer noch ordentlich Handarbeit und Wissen bei der Entwicklung erforderlich. Trotzdem hätte ich ohne KI sicherlich doppelt so lange für das Projekt benötigt. Und das ist doch schon ein bedeutender Fortschritt. Ich bin begeistert!

( Michael Tischer )