Pantropische Zimmerpflanze, mittlerweile über drei Meter hoch
Vor sieben Jahren habe ich eine große Zimmerpflanze „geerbt“, eine Schefflera actinophylla, als Heikes Mutter ihr Haus aufgab. Bei ihr ragte der Regenschirmbaum (Queensland-Strahlenaralie) bereits an die Zimmerdecke heran, bei mir ist er seitdem noch weiter in die Höhe geschossen, immer dem Licht entgegen, das in meinem Wohnzimmer reichlich vorhanden ist.
Dennoch sind ihm an einem längeren Teilstück auf halber Strecke zwischen Wurzel und Krone irgendwann die handförmig zusammengesetzten Blätter ausgefallen, ich weiß auch nicht, warum. Ist auch bestimmt schon zwei Jahre her.
Doch nun bilden sich an diesem kahlen Stammstück wie von Geisterhand plötzlich neue zarte Austriebe mit Blättern. Vielleicht, weil ich die Pflanze in diesem Frühjahr fleißig gedüngt habe, vielleicht weil es der Natur einfach so gefällt. Für mich auf jeden Fall ein kleines Wunder.
Hier kommen die zarten Austriebe an einem bislang kahlen Aststück
Richard Paul Lohse, Dreißig systematische Farbtohnreihen, 1950/55
Als Highlight im 50sten Jubiläumsjahr präsentiert das von mir sehr geschätzte Josef AlbersMuseum im Museumszentrum Quadrat Bottrop derzeit eine umfassende Einzelausstellung des Schweizer Malers, Grafikers und Theoretikers Richard Paul Lohse (1902–88).
Im Jahr 1976 war ihm die erste Einzelausstellung im frisch eröffneten „Quadrat“ gewidmet, weil sein Werk große Parallelen zu dem von Josef Albersaufweist und doch ganz anders ist.
Lohse war einer der Hauptvertreter der konkreten Kunst und gilt heute als Begründer der seriellen Kunst.1937 gründete er zusammen mit Leo Leuppi die „Allianz“, eine avantgardistische Vereinigung moderner Schweizer Künstler.
Während des Zweiten Weltkrieges engagiert sich Lohse im politischen Untergrund. Er unterstützt Emigranten, teilweise auch durch illegale Aktivitäten. In einer antifaschistischen Organisation lernt er seine zukünftige Frau Ida Dürner kennen.
Als Maler war Lohse Autodidakt und experimentierte mit verschiedenen Stilen. Zu seinem Frühwerk gehören expressionistische Stillleben und Landschaftsmalerei sowie kubistische Bilder. Obwohl er sich fortan hauptsächlich mit der Malerei auseinandersetzte, arbeitete er bis in die 1960er Jahre weiterhin als Grafiker für Zeitschriften. Einem größeren Publikum wurde er als Teilnehmer der 4. documenta (1968) und der Documenta 7 im Jahr 1982 in Kassel bekannt.
Die Heidegräser leuchten aufgrund der anhaltenden Trockenheit schon jetzt lila
Immer wieder schön, im Elfenmaar an der deutsch-niederländischen Grenze kurz vor Roermond unterwegs zu sein. Doch so trocken habe ich das beliebte Naturschutzgebiet im Sommer noch nicht erlebt.
Große Anteile der Flächen mit Farnen sehen bereits jetzt richtig braun aus, weil so lange kein Regen mehr gefallen ist. Auch viele Gräser darben, sofern sie nicht in den Niederungen der Vennseen liegen, die das Gebiet durchziehen. Farblich sieht das interessant aus, aber es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es endlich mal wieder regnen muss.
Von 1.200 Drohnen in den Himmel gemalt: ein Hoch auf die Fortuna.
Zum zweiten Mal wird das große Feuerwerk in der letzten Woche der Düsseldorf Rheinkirmes durch eine aufwändig choreografierte Drohnenshow ergänzt. In diesem Jahr sind 1.200 Drohnen im Einsatz, die wechselnde Bildmotive mit Bezug zu Düsseldorf in den Himmel malen. Ich habe das Gefühl, im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Show noch ein wenig professioneller geworden.
Auch das anschließende Feuerwerk fällt wirklich bombastisch aus. Ein Highlight jagt das nächste. Die geschätzt eine Million Besucher kommen jedenfalls voll auf ihre Kosten. Am Ende der mehr als vierzigminütigen Show gibt es anhaltenden Applaus.
Als Teil des asphalt Festivals 2026 zeigt das KIT Düsseldorf derzeit Fotografien von Laurenz Berges, einem der letzten Meisterschüler von Bernd Becher an der Kunstakademie. Heute ist Berges selbst ein international renommierter Fotokünstler. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Immer wieder dokumentiert Berges verlassene Orte, wobei er ausschließlich das vorgefundene Licht nutzt und konsequent auf Inszenierung verzichtet. Seine Bilder sind stille Zeugnisse gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, etwa des Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen.
Vormals lebendige Städte und Gemeinden verlieren einen Teil ihrer Bevölkerung, Privatwohnungen werden verlassen, ohne dass eine neue Generation nachrückt. Menschen tauchen auf den Fotografien von Laurenz Berges selten auf, doch er dokumentiert die Spuren, die sie vor ihrem Verschwinden über viele Jahre hinweg hinterlassen haben.
In der besonderen Architektur des KIT mit ganz viel Sichtbeton und konvexen Formen entfaltet sich ein visuelles Archiv, das den leisen Nachhall gelebten Lebens sichtbar macht.
Die Sammlung Philara in der ehemaligen Glasfabrik Lennertz in Düsseldorf Flingern
Unter dem Titel „House of Balagan“ präsentiert die Sammlung Philara anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens in Düsseldorf Flingern eine umfassende Auswahl aus der Sammlung Gil Bronners. Die Kollektion des Immobilien-Entwicklers und Philara-Gründers umfasst heute annähernd 2000 Werke.
Das nach Bronners Kindern benannte Ausstellungshaus in der ehemaligen Glasfabfrik Lennartz hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Bestandteil der zeitgenössischen Kunstszene in Düsseldorf etabliert. Gezeigt wird eine große Bandbreite an Einzel- und Gruppenausstellungen, sowie Tanz, Theater, Konzerte, Talks und Symposien
Der Titel der aktuellen Jubiläumsausstellung „Balagan“ stammtaus dem Jiddischen und bedeutet so viel wie sympathisches Chaos, Durcheinander oder Kuddelmuddel. Der Begriff beschreibt eine verwirrende oder zumindest unübersichtliche Situation, was dem in Interviews immer wieder bekundeten Selbstempfindenvon Bronnerüber seine Sammlungstätigkeit wohl nahekommt.
In „House of Balagan“ treffen großformatige Installationen von Melissa Gordon oder Tarik Kiswanson auf kleine, intime Papierzeichnungen von Rosa Loy oder Corinne von Lebusa. Auch Bronners allererster Ankauf vom Anfang der 1990er Jahre ist in der Ausstellung zu sehen: das Bildnis „Der Seher“ des spanischen Künstlers Miguel Ángel Campano.
Ein Teil der Ausstellung setzt mit gesellschafts- und geschichtspolitischen Bezügen inhaltliche Schwerpunkte, etwa beim Thema Körperlichkeit. Ein spannendes Potpourri mit Werken von teils bereits etablierten, aber auch aufstrebenden Künstlern.
Georg Baselitz, ohne Titel, 16.07.1988
Caroline Mesquit, 123 soleil, 2015
Ugo Rondinone, The assertive, 2025
Rita Ackermann, ScreenColors 2, 2025
Tarik Kiswanson, Flower in the crannied wall, 2016
Matthias Wischer, Ohne titel 9, 2003
Rowena Dring, Otherside of Vegas, 2008
Anys Reimann, Die Nacht, 2021
Dasha Shishkin, A Port in the Storm, 2010
Emma Talbot, Ohne Titel, 2021
Mrcel Dzama, It is the beloved, 2008
Zaha Hadid, ohne Titel, 1983
Zaha Hadid, ohne Titel, 1983
Sebastian Gögel, Signum, 2013
Eduardo Chillida, Ohne Titel
Nadin Maria Rüfenacht, Fischers Blue, 2011
Nadin Maria Rüfenacht, Star of the South, 2011
Nadin Maria Rüfenacht, Hazle Tree, 2011
Nadin Maria Rüfenacht, Mary´s Garden, 2011
Alec South, Dan-Georg Düsseldorf, 2018
Thomas Scheibitz, Idol, 2015
Amy Dillman, Untitled #8, 2014
Zaha Hadid, Ohne Titel, 1983
Marcel Dzama, One of hundred inevitable Whispers, 2011
Marcel Dzama, Welcome to Düsseldorf, 2011
Marcel Dzama, The Tearful Eyes Honored, 2011
Marcel Dzama, Sister Squares, 2011
Marcel Dzama, On the Banks of red river, 2008
Marcel Dzama, On the Banks of red river, 2008
Marcel Dzama, On the Banks of red river, 2008
Corinne von Lebusa, Nonnen, 2006
Ferdinand Dölberg, Die Bewegung setzt früher ein als ihr Anlass, 2026
Marcel Dhzama, My tearful Eyes Honored Them All in Drunkin Delight, 2011
Marcel Dzama, Saddled up a nightmare, 2019
Jorge Mendez Blake, Biblioteca de exploraction XV, 2019
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