Müngstener Brücke, Schloss Burg

Müngstener Brücke, Schloss Burg
Solingen, 2. August 2026

Blick über das Wuppertal zur Müngstener Brücke von 1897, der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands

Ich versuche ja regelmäßig, neue Wanderziele in NRW zu entdecken, aber wenn man eine schöne Tour sechs Jahre nicht mehr gelaufen ist, kann man sie ja vielleicht erneut angehen. So geschehen an diesem Wochenende im Tal der Wupper zwischen Solingen und Remscheid.

Auf einer Länge von 13 km sind wir erst in südlicher Richtung auf den Wupperhängen zur Müngstener Brücke und anschließend weiter zu Schloss Burg gelaufen. Danach ging es auf der anderen Seite der Wupper und etwas näher am Talgrund zurück. Mehr als 400 Höhenmeter galt es dabei zu bewältigen.

Zum ersten Mal bin ich auf halber Strecke der Tour mit dem Sessellift gefahren, der einen von der Wupper, die gerade sehr wenig Wasser führt, ganz bequem hinauf zu Schloss Burg bringt.

Oben am Schloss war natürlich eine Menge los, doch auf den umgebenden Waldwegen hielt es sich noch in Grenzen, insbesondere im ersten Teil der Tour. Eine wirklich reizende Wanderung mit viel bergischem Flair bei schönem Wetter und hohen Temperaturen, aber angenehm frischem Talwind.

( Michael Tischer )

Park-Chillen mit Jazz

Park-Chillen mit Jazz
Düsseldorf, 1. August 2026

Im Schatten der mächtigen alten Bäume im Hofgarten lässt es sich aushalten

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende mit dem Wohnmobil unterwegs sein, doch es ist leider schon wieder zu heiß für Doxi und mich. Da passt es, dass derzeit wieder die kostenlosen Konzerte meiner geliebten Jazz-Schmiede mit Weltmusik und Modern-Jazz am Musikpavillon im Hofgarten laufen – insgesamt viermal in den Sommerferien, jeweils am Samstagnachmittag.

Vor der Bühne wird in der prallen Sonne ordentlich geschwitzt, daneben im Schatten der Bäume gemütlich gechillt. Viele Besucher haben ihre Camping-Decken mitgebracht und nehmen die Musik bei kühlen Getränken und angeregten Gesprächen eher im Hintergrund wahr. Auch ich bekomme von den schönen Klängen nur die Hälfte mit, aber egal, ist trotzdem angenehm lauschig hier.

( Michael Tischer )

Kunst von Angelika Mark-Rintelen

Kunst von Angelika Mark-Rintelen
Neuss, 30. Juli 2026

Objekte aus Papier

Unter dem Titel „Garten der Erinnerung“ zeigt das Clements-Sels-Museum in Neuss derzeit ganz außergewöhnliche Arbeiten der Künstlerin Angelika Mark-Rintelen (*1952), die in den 1970er Jahren bei Timm Ulrichs an der Kunstakademie in Düsseldorf gelernt hat. Später studierte sie zusätzlich Biologie und Modegestaltung.

Heute verknüpft sie all diese Disziplinen in ihren Arbeiten, die die Pflanzenpräparation zu einer künstlerischen Ausdrucksform erhoben haben.

Ausgangspunkt dieser Entwicklung war die bedrohte Pflanzenwelt an ihrem Wohnort in der Vulkaneifel. Objekte wie „Fränkiches Gräberfeld“ oder „Märzenbecher“ zeigen von ihrem Anliegen der Künstlerin, den natürlichen Verfall von Pflanzen mittels Präparation aufzuhalten.

Seit den 2000er Jahren erweitert Mark-Rintelen diese „Bio-Rahmen“ um Tiermotive, die sie mit den Methoden der Papierschneiderei erstellt. Die Fragilität des Lebendigen im anhaltenden Kreislauf aus Werden und Vergehen sind so zu ihrem Thema geworden. Höchst spannend und originell wirkt das auf mich.

( Michael Tischer )

Das Leben bricht sich Bahn

Das Leben bricht sich Bahn
Büttgen, 28. Juli 2026

Pantropische Zimmerpflanze, mittlerweile über drei Meter hoch

Vor sieben Jahren habe ich eine große Zimmerpflanze „geerbt“, eine Schefflera actinophylla, als Heikes Mutter ihr Haus aufgab. Bei ihr ragte der Regenschirmbaum (Queensland-Strahlenaralie) bereits an die Zimmerdecke heran, bei mir ist er seitdem noch weiter in die Höhe geschossen, immer dem Licht entgegen, das in meinem Wohnzimmer reichlich vorhanden ist.

Dennoch sind ihm an einem längeren Teilstück auf halber Strecke zwischen Wurzel und Krone irgendwann die handförmig zusammengesetzten Blätter ausgefallen, ich weiß auch nicht, warum. Ist auch bestimmt schon zwei Jahre her.

Doch nun bilden sich an diesem kahlen Stammstück wie von Geisterhand plötzlich neue zarte Austriebe mit Blättern. Vielleicht, weil ich die Pflanze in diesem Frühjahr fleißig gedüngt habe, vielleicht weil es dem Baum einfach so gefällt. Für mich auf jeden Fall ein kleines Wunder der Natur.

Das Leben bricht sich Bahn

Hier kommen die zarten Austriebe an einem bislang kahlen Aststück

( Michael Tischer )

Richard Paul Lohse

Richard Paul Lohse
Bottrop, 27. Juli 2026

Richard Paul Lohse, Dreißig systematische Farbtohnreihen, 1950/55

Als Highlight im 50sten Jubiläumsjahr präsentiert das von mir sehr geschätzte Josef Albers Museum im Museumszentrum Quadrat Bottrop derzeit eine umfassende Einzelausstellung des Schweizer Malers, Grafikers und Theoretikers Richard Paul Lohse (1902–88).

Im Jahr 1976 war ihm die erste Einzelausstellung im frisch eröffneten „Quadrat“ gewidmet, weil sein Werk große Parallelen zu dem von Josef Albers aufweist und doch ganz anders ist.

Lohse war einer der Hauptvertreter der konkreten Kunst und gilt heute als Begründer der seriellen Kunst.1937 gründete er zusammen mit Leo Leuppi die „Allianz“, eine avantgardistische Vereinigung moderner Schweizer Künstler.

Während des Zweiten Weltkrieges engagiert sich Lohse im politischen Untergrund. Er unterstützt Emigranten, teilweise auch durch illegale Aktivitäten. In einer antifaschistischen Organisation lernt er seine zukünftige Frau Ida Dürner kennen.

Als Maler war Lohse Autodidakt und experimentierte mit verschiedenen Stilen. Zu seinem Frühwerk gehören expressionistische Stillleben und Landschaftsmalerei sowie kubistische Bilder. Obwohl er sich fortan hauptsächlich mit der Malerei auseinandersetzte, arbeitete er bis in die 1960er Jahre weiterhin als Grafiker für Zeitschriften. Einem größeren Publikum wurde er als Teilnehmer der 4. documenta (1968) und der Documenta 7 im Jahr 1982 in Kassel bekannt.

( Michael Tischer )

Elfenmaar in der Trockenzeit

Elfenmaar in der Trockenzeit
Elmpt, 26. Juli 2026

Die Heidegräser leuchten aufgrund der anhaltenden Trockenheit schon jetzt lila

Immer wieder schön, im Elfenmaar an der deutsch-niederländischen Grenze kurz vor Roermond unterwegs zu sein. Doch so trocken habe ich das beliebte Naturschutzgebiet im Sommer noch nicht erlebt.

Große Anteile der Flächen mit Farnen sehen bereits jetzt richtig braun aus, weil so lange kein Regen mehr gefallen ist. Auch viele Gräser darben, sofern sie nicht in den Niederungen der Vennseen liegen, die das Gebiet durchziehen. Farblich sieht das interessant aus, aber es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es endlich mal wieder regnen muss.

( Michael Tischer )