Neue Kunst im Malkastenpark

Neue Kunst im Malkastenpark
Düsseldorf, 6. Juni 2026

Ja, wo ist sie denn, die schöne Kunst? Venusteich im Malkastenpark.

Unter dem Titel „Ecologies in Motion“ bringt die Kunsthalle Düsseldorf neue Kunst in den von mir sehr geschätzten Park des Künstlervereins Malkasten. Der Park dient dabei nicht nur als Kulisse, sondern wird als aktiver Mitspieler in künstlerischen und gesellschaftlichen Prozessen sichtbar gemacht – als Ort der Begegnung, der Erinnerung und der Transformation.

Mit Skulpturen, Installationen und Interventionen beleben sechs Künstler*innen den Park auf vielfältige Weise und öffnen ihn als Raum für zeitgenössische Kunst. Gezeigt werden Werke von Kanade Hamawaki, Aslı Hatipoğlu, Katie Paterson, Klaus Fritze, Stefanie Bühler und Temitayo Ogunbiyi.

Der wunderschöne Park bringt dabei seine eigene Geschichte ein: Vom Ideal des Barocks über den englischen Landschaftsgarten bis zum heutigen Erscheinungsbild erzählt er von einem Wandel ästhetischer Ideale. Die kunstvolle Anlage des Gartens tritt nun in den Dialog mit aktuellen künstlerischen Positionen.

Nicht alle ausgestellten Arbeiten haben mich unmittelbar und ohne Erläuterung der Hintergründe angesprochen. Aber die Präsentation ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes und der Besuch des Parks immer eine Wohltat.

( Michael Tischer )

Nein, ich möchte nicht ins Fernsehen

Nein, ich möchte nicht ins Fernsehen
Büttgen, 5. Juni 2026

Von mir mithilfe der KI erzeugtes Bild in Magritte-Style

Lustig, ich denke ja immer, mein Blog wird nur von meinen zwei Dutzend Freunden und Bekannten gelesen. Aber offensichtlich stimmt das nicht so ganz.

Dieser Tage kontaktierte mich eine TV-Produktionsgesellschaft aus Hamburg, die gerade im Auftrag von ARTE an einer Dokumentation über den belgischen Surrealisten René Magritte arbeitet. Magritte soll in dem Streifen als eine Art Wegbereiter der KI-Kunst präsentiert werden.

Ob ich mir vorstellen könnte, in dieser Sendung, deren Ausstrahlung für den Herbst geplant ist, als Experte für Kunst und KI aufzutreten? Ich hätte da doch so viel davon auf meinem Blog und sei ja offensichtlich ein wahres Multitalent.

Nun muss ich gestehen, dass ich ARTE tatsächlich sehr schätze. Vieles andere könnte man von mir aus abschalten, insbesondere das gesamte Privatfernsehen. Gerne sofort.

Und obwohl so eine Anfrage natürlich immer auch ein wenig schmeichelt, fiel es mir nicht schwer, abzulehnen. Ich bin gerade zu sehr mit meinem Studium beschäftigt und auch in keiner Weise scharf darauf, im TV als „Computer- und Kunst-Experte“ aufzutauchen. Zu viel der Ehre.

Aber ich werde mir die Magritte-Doku im Herbst sicher mit Interesse anschauen und dann auch feststellen, wen sie stattdessen als „Experten“ engagiert haben. Ich bin gespannt.

( Michael Tischer )

Erich Kästner: Der Juni

Erich Kästner: Der Juni
4. Juni 2026

Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.

von Erich Kästner, 1955

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.

Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.

Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.

Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und weil’s zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.

Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ist’s bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.

Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.

Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.

Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
ob’s Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.

( Michael Tischer )

Fotoserien von László Moholy-Nagy

Fotoserien von László Moholy-Nagy
Moyland, 3. Juni 2026

László Moholy-Nagy, Spirals (Licht-Raum-Modulation), 1945

Als die Kunstbegeisterung mich in meinen frühen Zwanzigern so richtig packte, war der Ungar László Moholy-Nagy (1895-1946) einer meiner ersten Helden. Ich glaube, ich habe seine Arbeiten damals in einem Kunstbuch über den Konstruktivismus entdeckt und war total fasziniert.

Kein Wunder also, dass ich gleich ‚On‘ war, als ich am Wochenende bei meinem Besuch auf Schloss Moyland im Basement auf fotografische Arbeiten von Moholy-Nagy gestoßen bin. Die ausgestellten Werke im Besitz des Museums gehen auf die leidenschaftliche Sammlertätigkeit der Brüder Hans (1929–2002) und Franz Joseph (1933–2020) van der Grinten zurück, deren Engagement den Grundstein für das heutige Museum legte.

Die teilweise bereits 95 Jahre alten Fotos, die in Teilen dem Konstruktivismus zuzurechnen sind, haben für mich etwas Historisches und gleichzeitig ganz modernes. Sie werden auf Moyland zusammen mit Fotografischen Arbeiten von Hildegard Weber gezeigt, die 1964 Aufnahmen zur Aufführung von „Part of Sextett“ an der staatlichen Kunstakademie, Düsseldorf, erstellt hat. Die Begegnung mit diesen Werken hat meinen Besuch auf Moyland noch einmal zusätzlich versüßt.

( Michael Tischer )

Die Seerosen im Garten blühen

Die Seerosen im Garten blühen
Büttgen, 2. Juni 2026

Haben den Winter und die Umsetzung doch überlebt: unsere Teichrosen.

Im letzten Herbst hatte ich unseren Gartenteich saniert und mit Folie ausgelegt, weil die Betondecke über die Jahre Risse bekommen hatte. Dadurch verlor er immer mehr an Wasser. Doch für die Aktion mussten erst einmal alle Pflanzen raus, die Seerosen und der gesamte,  massive Schilfbewuchs.

Nicht alles konnte ich hinterher wieder einsetzen. Ich hatte schon Befürchtung, die schönen Seerosen seien durch die Aktion kaputtgegangen. Doch jetzt sind wieder frische Knospen und auch die ersten Blüten da. Haben sie also doch überlebt. Wunderbar! Nur beim Schilf muss ich mir noch etwas einfallen lassen.

Die Seerosen im Garten blühen

Die schwarze Teichfolie ist nicht wirklich hübsch, hält aber schön dicht.

( Michael Tischer )

Die Kunst des Armin Mueller-Stahl

Die Kunst des Armin Mueller-Stahl
Moyland, 1. Juni 2026

Armin Mueller-Stahl im Interview zu seiner Werkgruppe mit den Portraits jüdischer Persönlichkeiten

Armin Müller-Stahl, vielfach geehrter Schauspieler mit Ost-Westdeutscher Biografie, ist heute 95 und immer noch bemerkenswert rüstig und geistig super präsent. Vor 20 Jahren, 2006, hat er seine Filmtätigkeit offiziell beendet und sich nach eigenen Worten einen neuen Beruf gesucht: Als Maler und Zeichner.

Das Schloss Moyland zeigt derzeit eine umfangreiche Ausstellung seiner Werke, die auch sein Filmschaffen und die biografischen Hintergründe des künstlerischen Multitalents (Schauspieler, Musiker, Maler) nicht ausspart.

Mueller-Stahl selbst kommt in einigen Videos zu Wort, in denen er die Hintergründe ausgewählter Werkgruppen beschreibt, beispielsweise die bemerkenswerten Portraits herausragender jüdischer Künstler, Intellektueller und Persönlichkeiten.

Mich hat diese Ausstellung mit starken Gefühlen zurückgelassen. Nicht nur, weil mir viele Werke von A.M.S und sein Malstil ausgezeichnet gefallen. Es rührt mich, einen so alten Menschen zu erleben, der noch voll da ist, die Potenziale seines Menschseins bis zuletzt verwirklicht und dabei weiterhin Großes schafft. Ganz großen Respekt und auch ein Stück weit Bewunderung für dieses ausgefüllte Leben!

( Michael Tischer )