
Deutsche Hardcover-Ausgabe aus dem Dumont-Verlag von 2019
Obwohl ich gerade Semesterferien habe, bin ich schon wieder am Vor-Lernen. Doch parallel treibt mich das Gefühl, ich müsse die nur scheinbar freie Zeit ebenfalls nutzen, um endlich Mal wieder ein wenig Belletristik zu lesen – damit mir nicht immer nur dieser ganze „fachspezifischen Kram“ vor die Linse kommt (pardon).
Meine Wahl ist auf „Serotonin“ von Michel Houellebecq gefallen, einem viel diskutierten französischen „Skandalautor“, der nicht nur in seinem Heimatland, sondern auch international hohe Auflagen erzielt und bereits zahlreiche Literaturpreise gewonnen hat. Die einen hassen ihn, die anderen lieben ihn. So muss es bei einem guten Schriftsteller sein, finde ich 🙂
Ich habe die Lektüre von Serotonin in weiten Teilen genossen, denn Houellebecqs Sprache und Erzählweise ist schön drastisch und explizit, sein 47-jähriger Protagonist radikal in der Ablehnung seines bisherigen Lebens und dem Streben, die bürgerliche Existenz hinter sich zu lassen und in die vollständige Bezugslosigkeit zu entschwinden. Nur das Antidepressiva Captorix muss bleiben, sonst geht sein Serotonin zu stark runter.
Parallelen zu Houellebecq selbst sind dabei unverkennbar. Im Mittelteil hätte der Autor die Handlung nach meinem Geschmack etwas mehr vorantreiben können, doch das sei ihm verziehen. Ich glaube, ich werde demnächst auch seinen Romane „Elementarteilchen“, „Karte und Gebiet“ und „Unterwerfung“ eine Chance geben, denn ich bin neugierig geworden. Aber erst, wenn ich das nächste Mal wieder Semesterferien habe. Bis dahin muss ich „Serotonin“ erst einmal verdauen.




Oellers Werke verbindet eine Sphäre des Unbestimmbaren und Entrückten. Die abgebildeten Menschen erscheinen ruhig, oft in sich gekehrt, vor sich hinträumend oder in stille Tätigkeiten vertieft.

