Das Teehaus im Zentrum des Japanischen Gartens Leverkusen
Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal den bezaubernden Japanischen Garten im Carl-Duisburg-Park Leverkusen besucht. Damals war ich drei Wochen früher dran, als jetzt, und das macht für die Frühjahrsblüte durchaus einen Unterschied.
Während seinerzeit noch die Japanischen Kirschen in voller Blüte standen, sind es nun die Rhododendren und Azaleen, die alle Blicke auf sich ziehen.
Und natürlich das knapp bekleidete Manga-Girl in fantasievoller Verkleidung, das begleitet von einem Fotografen im Park posiert, als ich dort eintreffe.
Bei so viel Freizügigkeit können die im Park verteilten Buddha-Figuren nicht mithalten – optisch zumindest. Spirituell liegen sie dafür ganz weit vorne, versteht sich 🙂
Der Park wurde vom Bayer-Konzern angelegt und wird aufwändig gepflegt. Nirgendwo eine verwelkte Blüte am Boden, alle Sträucher und Gehölze perfekt kupiert, die Skulpturen, Wege und Brücken top in Schuss. Wer noch nie da war, dem kann ich die Anlage wärmstens empfehlen. Einfach wunderschön dort.
Der Obstweg Witzhelden stellt Streuobstwiesen in den Mittelpunkt
Keine 15 km entfernt von den beliebten Obstwanderwegen am Rand von Leverkusen und Leichlingen hat auch der kleine Ort Witzhelden einen Obstweg ausgeschildert. Zwar wurden hier nicht extra Obstbäume alter Sorten in die Landschaft gesetzt, dafür führt der Weg an einigen Streuobstwiesen vorbei.
Die 11 km lange Wanderungstartet an der Halbachtalsperre unterhalb von Diepental, einem beliebten Freizeitrevier. Zunächst folgt die Tour dem etwas nördlich gelegenen Weltersbach durch das schöne Naturschutzgebiet bis zum Diakoniewerk Weltersbach mit zahlreichen Wohnheimen, einem liebevoll angelegten Bibelgarten und der Christuskirche.
Immer weiter ansteigend geht es nun parallel zum Weltersbach bis zum Ort Witzhelden, dem höchsten Punkt der Tour. Am hübschen Markt von Witzhelden mit der ev. Kirche und einer Reihe denkmalgeschützter Fachwerkhäuser habe ich ein Deja-Vu: Dort bin ich schon manches Mal mit dem Auto entlang gekommen wenn ich auf dem Weg zu Wandertouren tiefer im Bergischen Land war. Doch nie hatte ich Gelegenheit, spontan zu parken und einige Fotos zu machen. Jetzt aber.
Die Hälfte der Strecke ist damit passiert. Nun dreht der Wanderweg wieder Richtung Süden ab. Am Ortsrand von Witzhelden bieten sich tolle Fernblicke hinunter ins Rheinland nach Leverkusen und Köln in ca. 25 km Entfernung. Deutlich kann man einige Landmarken wie den Kölner Funkturm Colonius ausmachen.
Dann geht es in den Wald am Liesendahls Bach. Die Sonne strahlt durch die frisch ergrünten Buchen, und intensives Vogelgezwitscher aus allen Richtungen begleitet mich – einfach herrlich.
Als ich im kleinen Ort Oberwietsche den schmalen Pfad am Wersbach erreiche, trifft mich das zweite Deja-Vu auf dieser Tour: Hier bin ich letztens schon einmal gelaufen, als ich auf einer ganz anderen, deutlich südlich gelegenen Wanderung rund um Burscheid unterwegs war. Lustig!
Am Ende des Wersbachtals sind es nur noch 1,5 km bis zu meinem Startpunkt an der Halbachtalsperre. Mein Fazit: Wahnsinnig viele Obstbäume habe ich auf dieser zweieinhalbstündigen Wanderung nicht gesehen, und für die Obstblüte war ich auch sein ein wenig spät dran, aber landschaftlich war die Tour ganz hervorragend gestaltet.
Anlässlich des fünfundneunzigsten Geburtstages von Heinz Mack (*1931) zeigt die ZERO Foundation in Kooperation mit der MACK Foundation eine Ausstellung mit fotografischen Arbeiten des Künstlers.
Mack ist seit den 1960er Jahren vor allem durch seine experimentellen Lichtreliefs und Licht-Installationen in der Wüste bekannt geworden, die zu den frühesten Beispielen der Land Art zählen. Er ist mehrfacher documenta-Teilnehmer und vertrat 1970 Deutschland auf der Biennale in Venedig. Sein fotografisches Werk ist in der Öffentlichkeit hingegen so gut wie unbekannt.
Heinz Mack, Fata Morgana, 1968/2006
Das liegt auch daran, dass Mack das Medium Fotografie vor allem als dokumentarisch betrachtet hat. Aber es gibt Ausnahmen, die in dieser Ausstellung zu sehen sind. Denn Heinz Mack hat von Jugend an fotografiert.
Die präsentierten großformatigen C-Print-Diasec-Fotografien und die schwarz-weißen Fotocollagen beziehen sich thematisch auf die Kunstaktionen seines monumentalen und utopischen „Sahara-Projekts“.
Unter anderem durch Experimente mit dem Licht der Wüste entstanden abstrakte Lichtbilder, die den ästhetischen Reiz eines Naturschauspiels oder das Ergebnis seiner immerwährenden Versuche festhalten, das Licht auf künstlerische Weise sichtbar zu machen.
Im Gebäude der ZERO-Foundationarbeite früher auch Otto Piene (1928-20145) in seinem „Feueratelier“, das die ZERO Foundation erhalten hat. Spannend zu sehen, wie der Weggefährte von Mack und Mitbegründer der Künstlergruppe ZERO hier gewirkt hat.
Heinz Mack, Lichtrelief I aus Honeycom-Aluminium, 1961
Heinz Mack, Elektrisches Feuer (Lichtbild Nr. 10), 1974
Von der Innenstadt sind es nur wenige hundert Meter zur Landesgartenschau
Anlässlich des 75. Geburtstags meiner großen Schwester haben wir heute mit der gesamten Familie die Landesgartenschau Neuss besucht. Das Wetter war lieblich, das Gelände gut besucht und die Stimmung fröhlich floral – ein schöner halber Tag auf dem Gelände der ehemaligen Trabrennbahn.
Das Gartenland und die umgebenden Flächen sind ein zentrales Element der LAGA Neuss. Auf der rund 20.000 m² großen Fläche zeigen 50 Ausstellungsbeiträge Gartenkunst und Inspirationen für das eigene Zuhause.
Römischer Garten, Olivengarten, Zukunftsgarten NRW, Hängender Garten, Naturgarten Neuss, Mitmach-Garten, Welcome Garden oder natürlich die inspirierenden Wohlfühlgärten laden zum Staunen und Flanieren ein.
Leider waren wir für den Rosengarten mit 70 verschiedenen Sorten unweit der Teichterrassen noch ein wenig zu früh im Jahr dran. Aber ansonsten konnten wir viele bunte und blühende Pflanzen genießen. Zuletzt hatten wir gemeinsam 2020 eine Landesgartenschau besucht, damals in Kamp-Lintfort. Schön, dass wir das heute noch einmal gemeinsam geschafft haben.
Sind sie nicht bezaubernd? Farbenfroh wie der Frühling …
Ich finde ja, farbenprächtige Stoffe und Muster kommen auf dunkler Haut viel besser zur Geltung, als auf heller. Und als mir letztens nach etwas Abwechslung vom Dauer-Lernen im Studium war, habe ich erneut mit der Bilder-KI herumgespielt und ein wenig in diese Richtung „gepromptet“, wie man heute so sagt.
POC-Frauen (people of colour) in fantasievoller Kleidung vor bunter Möbilierung war mein Thema, und das hier ist dabei u.a. herausgekommen. Diese drei stylishen Damen sind jetzt für einige Wochen bei mir im Treppenhaus zu Gast und erfreuen mich mit ihrer mutigen Farbenvielfalt. Dann ist wieder Kleider-, pardon, Bilderwechsel angesagt.
Deutsche Ausgabe erschienen im Dumont-Verlag, Köln
Erst habe ich zwei Jahre lang fast gar keine Belletristik an mich herangelassen, sondern nur noch Fachliteratur für mein Studium. Doch jetzt habe drei Romane des französischen „Skandalautors“ Michel Houellebecq hintereinander weggelesen. Hatte ich wohl etwas Nachholbedarf nach Fantasie statt Faktenwissen.
Diese Woche habe ich den vorerst letzten Houellebecq zu Ende gebracht, „Karte und Gebiet“ von 2010. Und mich gleich danach wieder ins Studium geworfen. Jetzt erst einmal keine Romane mehr, das habe ich mir fest vorgenommen. Sonst wird es mit der nächsten Semesterprüfung nichts.
„Karte und Gebiet“ ist ein gut gemachter und schön zu lesender Roman, der allerdings ein Houellebecq-typisches Element vermissen lässt: Den Skandal. Keine Pornografie, keine Subversion, keine ketzerischen Anklagen. Dafür ein ganz besonderer Kniff, den man vielleicht nur Schriftstellern mit der Bekanntheit und der Chuzpe eines Houellebecqs zutrauen möchte. Denn der Autor bringt sich unter eigenem Namen und als Erfolgsschriftsteller der Gegenwart selbst in den Plot ein.
Nicht als Hauptfigur, das ist der einzelgängerische Künstler Jed, sondern als wichtige Nebenfigur, die der Künstler für seine Bildreihe „Menschen und ihr Handwerk“ porträtiert. Es sind diese Portraits von einfachen Handwerkern bis zu Industrie-Ikonen wie Steve Jobs, die Jed den ganz großen kommerziellen Durchbruch bringen und Houellebecq einen schmerzhaft-blutigen Gewalttod. Inklusive seines Hundes.
Den spannend konstruierten Zusammenhang will ich hier gar nicht spoilern, doch eines kann ich verraten: Das Lesen lohnt sich. Jetzt für wenige Euros im Gebrauchtbuchhandel erhältlich: „Karte und Gebiet“ von Michel Houellebecq.
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